Kempen auf der Suche nach Kita-Personal

Bedarf an Erzieherinnen : Kempen auf der Suche nach Kita-Personal

Schon zum neuen Kindergartenjahr, das im Sommer beginnt, braucht die Stadt Kempen mehr Erzieherinnen für die Kinderbetreuung. Plätze können in ausreichender Zahl bereitgestellt werden.

Zumindest dieses Problem ist nicht hausgemacht: Auch wenn es bei der Kinderbetreuung in Tagesstätten seit einigen Jahren in Kempen gewaltig hakt, weil es zu wenig Plätze gibt, sieht sich die Stadtverwaltung derzeit vor einer ganz anderen Schwierigkeit. Das Jugendamt findet kein zusätzliches Personal. Der Markt an Erzieherinnen – und auch an Erziehern – ist leer gefegt.

Zwölf zusätzliche Stellen hat die Politik bereits für Erzieherinnen bewilligt. Doch die Suche nach Fachkräften gestaltet sich seit Monaten äußerst schwierig. Das erklärte der zuständige Beigeordnete Michael Klee am Montagabend in der Sitzung des Kempener Jugendhilfeauschusses. Nicht nur Kempen ist in dieser misslichen Lage. Alle Kommunen brauchen dringend Betreuungspersonal, weil immer mehr Kita-Plätze eingerichtet werden müssen. 135 Stellen sind in Kempen für das neue Kindergartenjahr 2019/2020 vorgesehen, zwölf mehr als aktuell. Gesucht werden Fachkräfte, Erziehungshelfer oder Hauswirtschaftsmitarbeiterinnen. Abwerbung aus anderen Kommunen komme für die Städte und Gemeinden nicht infrage. Versuche, ehemaliges Personal zu reaktivieren, wurden bereits ausgeschöpft. Der Erfolg war vergleichsweise gering, räumte Klee auf Nachfrage aus dem Ausschuss ein.

Vorhandenes Personal muss teilweise bereits umverteilt werden. So richtet das Jugendamt gerade eine Notgruppe im „Haus für Familien – Campus“ mit 22 Betreuungsplätzen ein. Dafür werden Erzieherinnen zum Teil aus anderen Einrichtungen abgezogen, sehr zum Leidwesen der betroffenen Kindergärten und auch der Eltern, wie Andrea Niermann als Sprecherin der Elternvertretung der Kita „Mullewapp“ in der „Einwohnerfragestunde“ der Ausschusssitzung erklärte.

Die Politik hatte bereits in der Vergangenheit darauf gedrängt, dass die Stadt zeitlich befristete Arbeitsverträge mit Erzieherinnen als unbefristet umwidmet und generell verstärkt unbefristete Stellen in der Kita-Betreuung anbietet. Das geschieht zwar schon, reicht aber nicht.

Immerhin soll zum neuen Kindergartenjahr im Sommer ein neuer Interimskindergarten an der Stendener Straße in St. Hubert mit fünf Gruppen seinen Betrieb aufnehmen. Dort sollen nicht nur Kinder aus dem Kendeldorf betreut werden. Hier soll es auch Plätze für Kinder aus Alt-Kempen geben. Denn hier ist die Lage derart angespannt, dass schon jetzt abzusehen ist, dass nicht mehr alle angemeldeten Kinder hier wohnortnah betreut werden können.

Dennoch die gute Nachricht: Alle bislang beim Jugendamt angemeldeten Kinder werden im Sommer einen Betreuungsplatz erhalten. Damit wäre Kempen eine der wenigen Kommunen landesweit, die keine so genannten Überhänge bei den Betreuungsplätzen hätte. Insgesamt plant die Stadt derzeit ab Sommer mit 1215 Kita-Plätzen, das sind 150 mehr als im laufenden Kita-Jahr. Allerdings wird es zum Teil Überbelegungen in den Einrichtungen geben. Kinder unter drei Jahren sollen zudem in der Tagespflege, etwa in St. Hubert, betreut werden. Außerdem ist es dem Jugendamt gelungen, weitere private Tagesmütter für die Kinderbetreuung zu finden.

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