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Kleine Forscher bringen in Kamp-Lintfort alles ins Rollen.

Bildung in Kamp-Lintfort : Kleine Forscher bringen alles ins Rollen

Die Kita Tausendfüßler ist als „Haus der kleinen Forscher“ zertifiziert. Am Dienstag präsentierten die Kinder das neueste Projekt: eine Kugelbahn.

Wie baut man eine Kugelbahn? Die Mädchen und Jungen der Kita Tausendfüßler wissen genau, wie man alles ins Rollen bringt. Sie sind schließlich kleine Forscher. Von der ersten Idee und dem Zeichnen des Bauplanes bis zur Umsetzung haben die Kita-Kinder das Projekt begleitet. Gestern präsentierten sie Eltern und Erziehern ihre Kugelbahn. Die besteht aus Holzwänden, Staubsauger- und Fahrradschläuchen sowie aus Kanalrohren. „Die Kinder haben alles mitgebracht, was die Eltern zu Hause entbehren konnten.“ Der Kamp-Lintforter Tischler Michael Davids unterstützte die Forscherkinder bei der Umsetzung des Projekts. „Sie haben aufgemalt, was sie haben wollten, und wir haben anschließend den Prototypen gebaut.“

Damit haben die Kinder bewiesen, dass sie auch weiterhin den Titel „Haus der kleinen Forscher“ tragen dürfen. Die Kita Tausendfüßler hat sich zum dritten Mal zertifizieren lassen, erstmals an beiden Standorten an der Moerser Straße. Die gemeinnützige Stiftung „Haus der kleinen Forscher“ mit Hauptsitz in Berlin engagiert sich bundesweit für gute frühe Bildung in den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik – mit dem Ziel, Mädchen und Jungen stark für die Zukunft zu machen. Mit Netzwerkpartnern vor Ort bietet die Stiftung ein Bildungsprogramm an, das Erzieher und Lehrer unterstützt, Kindern beim Entdecken, Forschen und Lernen zu begleiten. Partner der Kita Tausendfüßler ist das ZDI-Zentrum an der Hochschule Rhein-Waal in Kamp-Lintfort. Die Kita Zwergenland wurde erstmals 2014 von der Stiftung als „Haus der kleinen Forscher“ zertifiziert. 2017 wurden Zwergenland und Tausendfüßler zusammengeführt. „Und da im früheren Haus Zwergenland die Rezertifizierung anstand, haben wir uns jetzt gemeinsam der Überprüfung gestellt“, betonte am Dienstag Kita-Leiterin Heike Spilut. Die Stiftung bietet den Einrichtungen in Zusammenarbeit mit ihren Netzwerkpartnern Fortbildungen, Anregungen, Material und Lektüre, damit es gelingt, die Kinder für die Mint-Bereiche, also Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik, zu interessieren. In der Kita Tausendfüßler hat sich inzwischen ein Kompetenzteam gebildet, dass sich darum bemüht, das Forschen und Entdecken in den Kindergartenalltag einfließen zu lassen. „Die Kinder haben sich bereits damit beschäftigt, was schwimmen kann. Da hatten sie die Idee, ein Floß aus Naturmaterialien zu bauen. Zum Abschluss des Projektes haben wir es im Rhein zu Wasser gelassen“, berichtete Erzieherin Susanne Mrotzek. In einem anderem Projekt ging es um Rhythmus, Klänge und Töne. Die Forscherkinder haben sich auch mit Magneten sowie mit Farben und Formen beschäftigt. „Es ist spannend anzusehen, mit welchem Elan die Kinder ihre eigenen Ideen entwickeln und gemeinsame Lösungswege finden“, so Jugenddezernent Christoph Müllmann, der am Dienstag die städtische Kita besuchte.

Das Forschungsprojekt dauerte etwa acht Wochen lang. Beteiligt waren sechs Gruppen mit 133 Kindern. „Wir überlegen jetzt, ob wir in der Kita einen zentralen Forscherraum oder jeweils eine Forscherecke in den Gruppen einrichten“, betonte Leiterin Heike Spilut.