Unterricht in der Bienenschule in Kamp-Lintfort - Auswinterung und Futterkontrolle

Imkern in Kamp-Lintfort: Unterricht in der Bienenschule

Das geheime Leben des Bienenvolkes steht beim Kurs im Kamp-Lintforter Bienenhaus für Jung- und Neu-Imker auf dem Programm. Diesmal geht es um Auswinterung und Futterkontrolle.

Die erfahrenen Imker vom Bienenzuchtverein Vierquartieren setzen auf Multiplikatoren, damit wertvolles Wissen um die Immen nicht verloren geht. Einmal im Monat treffen sich Kursteilnehmer, um sich zu Themen, passend zur Saison, auszutauschen. Unter ihnen sind Anfänger, aber auch so genannte Neuimker mit ersten Erfahrungen. „Auswinterung und Futterkontrolle“ steht auf dem Stundenplan im Bienenhaus am Fuße vom Kloster Kamp für die 30-köpfige Gruppe. Das frühe sonnige Frühlingswetter mit überraschend hohen Temperaturen brachte bereits Leben in die Bienenstöcke. Die ersten fliegenden Bienen waren bereits zu beobachten. Die Laune der Natur ist tückisch. Ein zu früher Termin, meinen die Bienenexperten Michael Goldmann, Heinz Engels und Uwe Zimmermann. „Erst wenn die Kirsche blüht, kann sich das Bienenvolk selber versorgen, sonst verhungert es“, so die Imker.

Erste Arbeiten am Bienenstock dienen der Überprüfung, wie gesund die Insekten den Winter überstanden haben. Wie steht es um die Futterwaben? Und vor allem, wie geht es der Königin? Der Bienenstock, heute in handlich-modernen Kunststoff-Ausführung, wird von oben geöffnet. Wer später auf Bio-Honig setzt, muss sein Bienenvolk einen Stock aus Holz bieten, so die Vorschrift. Im Vorfeld wurde von der Gruppe in die neuen Wabenrähmchen die Mittelwand eingelötet, um sie in die „Bienenbeute“ zu hängen. Dafür werden alte Waben entfernt, die neuen hinzugefügt, während im Inneren ein eifriges Summen beginnt und die ersten Bienen in Trauben am Rand des Stocks hängen. Es geht bei diesem ersten Arbeitsschritt im März um das Säubern der Waben, der Suche nach Feinden wie den Varroa-Milben. Den immer hungrigen Mäusen wird durch eine Sperre der Zutritt zum Bienenstock verwehrt.

Auch von Frühjahrsschwindsucht ist die Rede, der Nosemose. Sie zählt zu den häufigsten parasitären Erkrankungen der erwachsenen Honigbiene und ist hoch ansteckend. Die Futtervorräte werden geschichtet. Ungefähr mit 1,8 Kilo Futter pro Wabe ist das Bienenleben gesichert. „Ansonsten bieten wir Zuckerwasser als Notfütterung an“, sagt Goldmann. Die erste Kontrolle nach dem Winter fällt positiv aus, die Bienen haben den Winter gut überstanden.

„Etwa zwei Tage brauchen sie jetzt, um sich nach dieser Veränderung neu zu orientieren“, sagt Heinz Engels. Mit wie vielen Völkern sollte der Jungimker anfangen, wann ist der beste Zeitpunkt? Die Bienenlehrer sind entspannt. Sie empfehlen für den Anfang zwei Völker, um die Bienen bei ihrem Treiben zu beobachten. Ganz unterschiedlich ist die Motivation, sich mit den Insekten zu beschäftigen, wie Peter Grimm (61) und Jan Winnekens (35) aus Millingen verraten. Sie setzen seit letztem Jahr die Imkerei in der Familie fort. Der Besuch der Bienenschule sorgt für Wissen von Profis mit praktischer Erfahrung. „Mein Opa hat geimkert. Es macht sehr viel Spaß, die Bienen zu beobachten und immer wieder etwas Neues zu entdecken“, sagt Jan. Meditation mit Bienen? Warum nicht, denn Jan hat einen Ausgleich zum Beruf gefunden. „Die Bienen bringen mich einfach ganz sanft runter.“ Den beiden Männern ist nicht nur die Imkerei wichtig, sondern auch der wertvolle Beitrag der Bienen für die Natur.

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