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Kaarst: Tipps für das Leben im Alter

Kaarst : Tipps für das Leben im Alter

Das 8. Kaarster Seniorenforum am Samstag in der Rathausgalerie fand viele Interessierte. Das Schwerpunktthema lautete dieses Mal "Mobilität im Alter", was auch ganz praktisch vorgeführt wurde.

Die einzelnen Akteure hatten sich ganz schön was einfallen lassen: Mario Hoffmann, seit 21 Jahren Busfahrer bei den Stadtwerken Neuss, parkte sein imposantes Gefährt zwischen Rathaus und Rathausgalerie. Polizeihauptkommissar Franz-Josef Baumeister und Hubert Zinnall von der Stadtwerken erklärten im und am Bus, wie man öffentliche Verkehrsmittel auch mit Handicap benutzen kann. Alltagsbezogen waren auch viele weitere sinnstiftende Angebote.

So konnten Senioren am Stand des Deutschen Roten Kreuzes in aller Ruhe ausprobieren, wie man einen Defibrillator bedient, wie er auch im Rathausfoyer für den Fall der Fälle zur Verfügung steht. Beim Ortsverband Neuss des Roten Kreuzes wurden exotische Longdrinks spendiert. Warum nicht das Leben genießen, trotz der Defizite, die das Alter mit sich bringt?

Das Rote Kreuz empfahl sich als Reiseveranstalter, warb unter anderem für eine Silvesterkreuzfahrt zu den schönsten Zielen der Niederlande. Ob eine Reise im eigenen Auto eine Alternative sein könnte, klärte die Gesellschaft "Aktiv in Beruf und Verkehr" mit einem Reaktionstest auf Initiative der Kaarster Liberalen Senioren, die wie fast alle Parteien im Ständen vertreten waren.

So schön Urlaube und Ausflüge auch sein mögen — Hanno Wilsch warb für Lesepartnerschaften: Rund 70 Ehrenamtler, überwiegend Senioren, lesen Kindern vor allem in Grundschulen vor und stärken so deren Sprachkompetenz. Der neue Seniorenbeauftragten in Kaarst, Hans-Dieter Schmitz, war ein gefragter Mann, der fast ununterbrochen Gespräche führte.

Wer eine Wohnberatung wünschte, wandte sich an Marion Schroer vom Caritasverband. "Ich habe mindestens zehn Beratungsgespräche geführt", lautete die Bilanz der Diplom-Sozialarbeiterin. In der Regel klärt sie bei den Ratsuchenden zu Hause, was verbessert werden kann, damit Senioren möglichst lange in ihren eigenen vier Wänden bleiben können.

Für die Wege zum nach draueßen zeigten Franz-Josef Baumeister und Hubert Zinnall, wie Busfahren auch zu einem sicheren Erlebnis wird. Der Polizeihauptkommissar empfahl, Kleingeld bereit zu halten und anderen keinen Einblick in die Brieftasche zu gewähren.

Monika Goerigk (58) ist auf den Rollstuhl angewiesen und probte unter fachkundiger Anleitung das Befahren des Busses. "Der Busfahrer hilft Ihnen, wenn Sie ihn ansprechen", hieß es. Nutzer von Rollatoren erfuhren, wie gefährlich es sein kann, wenn sie während der Busfahrt ihre Gehhilfe als Sitzgelegenheit benutzen. Und beim Aussteigen gilt: immer rückwärts raus. Baumeister warb aber auch um Verständnis für die Busfahrer, die Verantwortung trügen und auf sehr viel achten müssten.

(NGZ/rl)