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Kaarst: 1000 Tage Senioren-Initiative

Kaarst : 1000 Tage Senioren-Initiative

Anfang 2010 gründete sich die Senioren Initiative Kaarst. Heute hat der Verein rund 125 Mitglieder. Die Holzwerkstatt gilt als erstes großes Erfolgsprojekt. Der Bürgerbus soll das nächste werden.

Aus der Diskussion um die Einrichtung eines Seniorenbeirats heraus gründete sich im Februar 2010 die Senioren-Initiative Kaarst (SIK). Ein solches Gremium schien damals unmöglich, immerhin gibt es heute einen von der Politik bestellten Seniorenbeauftragten.

Über Gut oder Schlecht zu dieser Entscheidung möchte die SIK sich nicht äußern. "Der Seniorenbeauftragte ist aus unserer Sicht politisch tätig. Der Beirat wäre politisch unabhängig gewesen und wäre frei gewählt worden", sagt Geschäftsführer Manfred Stranz. Der stellvertretende SIK-Vorsitzende Jürgen Garbang ergänzt: "Als Einzelner sind seine Möglichkeiten auch begrenzt".

Mit einer Veranstaltung am 23. Oktober feiert die Senioren-Initiative nun etwas aufgerundet 1000 Tage ihres Bestehens. Rück- und Ausblick stehen im Mittelpunkt. Rund 125 Mitglieder zählt sie heute. Die Holzwerkstatt arbeitet mit fast allen Kindergärten in Kaarst zusammen, ältere Mitbürger lassen von den sechs ehrenamtlichen Handwerkern kaputte Stühle oder Schubladen reparieren. Für die SIK ist sie das erste große Erfolgsprojekt.

Das nächste soll der Bürgerbus werden. Nach dem zwischenzeitlichen Fast-Scheitern des Vorhabens konnte inzwischen ein Bürgerbusverein gegründet werden. Ende Oktober werden den Parteien im Stadtrat die Vorschläge für die Linienführung vorgestellt. "Wir brauchen den Rückhalt aus der Politik, um mit den Verkehrsbetrieben zu diskutieren", sagt Stranz. Eine Konkurrenzschutzklausel gibt vor, dass die Haltestellen des Bürgerbusses mindestens 300 Meter entfernt von den ÖPNV-Haltepunkten liegen müssen. Dies sei in manchen Fällen schwer machbar, doch die Verkehrsbetriebe haben für Sonderfälle noch keine Zusage gegeben.

Mit einem Vortrag zur Altersarmut macht die SIK bei ihrer Feierstunde auf ein aktuelles Thema aufmerksam. Regelmäßig in der Öffentlichkeit diskutiert wird auch die demografische Zukunft.

"Große Teile der Politik sehen dies nicht als Thema, und man verschließt sich vor dem von uns geforderten Leitbild", sagt Jürgen Garbang. In die Diskussion fließt auch eine neue Initiative ein: Im Umfeld des St. Aldegundisheims Büttgen möchte man ein Quartierskonzept umsetzen, das älteren Menschen ein längeres Wohnen im Eigenheim ermöglicht. Für 2013 soll ein Kalender mit Veranstaltungen für Senioren gedruckt werden. Viele kleine soziale Angelegenheiten wie die Suche nach Haushaltshilfen laufen auch im kommenden Jahr hauptsächlich im Hintergrund weiter.

Und wie lautet das Fazit nach 1000 Tagen? "Nach einem harten Weg haben wir einen erfolgreichen Zwischenstand erreicht", sagt Garbang. Auf den Sitzungen wurde durchaus gestritten. "Ältere Menschen sind oft störrisch. Trotzdem ziehen wir als Vorstand am Ende immer an einem Strang", so Stranz.

(stef)