Kaarst: Angst vor Lärm am Stodiekring

Kaarst : Angst vor Lärm am Stodiekring

In unmittelbarer Nähe zum Wohngebiet soll ein Auslieferungslager für Stahlregale entstehen. Anwohner befürchten Belästigungen. Eine Teilbaugenehmigung hat die Stadt schon zurückgenommen.

Davon, dass es bei ihnen zu Hause demnächst ziemlich laut werden könnte, haben Sabine Heilwagen, Gerhard Guse, Martina Roth, Ines Hartmann und Sven Stiefel vor einigen Monaten per Zufall gehört. Und das ist auch der Grund, der die Hauseigentümer auf die Palme bringt. Auf einem unbebauten Grundstück an der Industriestraße, zwischen dem Wohngebiet auf dem Gelände der ehemaligen Düngemittelfabrik "Stodiek" und dem Tiernahrungsbedarf "Katina", will ein Kaarster Unternehmen ein Auslieferungslager für Stahlregale bauen. Eine Teilbaugenehmigung hat die Stadt schon erteilt und zurückgenommen. Laut Technischem Beigeordneten Manfred Meuter wegen "Mängeln, die auf falschen Angaben beruhen."

Für die Nachbarn vom Stodiekring ist klar, dass es dabei vor allem um den Schallschutz geht. Der drohende Lärm ist es nämlich, der den Hauseigentümern große Sorgen macht. Neben dem für das Stahlregallager vorgesehenen Grundstück möchte der im Kaarster Westen ansässiger Baumarkt eine leerstehende Lagerhalle zu einem "Drive in"-Markt umbauen. Baumarktkunden würden dort in die Halle hineinfahren, um Fliesen und Baustoffe einzuladen. "Für diese Nutzung", sagt Manfred Meuter, "liegt bereits ein positiver Bauvorbescheid vor." Außerdem sollen in unmittelbarer Nähe zum Wohngebiet ein Parkplatz und ein Wendehammer für Lastwagen entstehen. Abgesehen vom Lärm befürchten die Anwohner auf der Industriestraße deshalb mehr Durchgangsverkehr.

"Der Wendehammer", sagt Manfred Meuter, "soll die Industriestraße allerdings nicht be-, sondern entlasten, indem er die Lkw zurück auf die Gustav-Heinemann-Straße führt. Und – das "Drive in"-Konzept dient ja gerade dem Lärmschutz." Bliebe die Sorge "Stahlregallager". Dafür, sagt der Baudezernent, liege derzeit noch kein neuer Bauantrag inklusive Gutachten zum Schall- und zum Brandschutz vor. "Dass für diesen Bereich eine gewerbliche Nutzung vorgesehen ist, muss aber von vorn herein klar gewesen sein."

Mit einem geräuschärmeren Betrieb, sagen Heilwagen, Guse, Roth, Hartmann und Stiefel unisono, könnten sie ja durchaus auch leben. Von der Stadt fühlen sie sich dennoch übergangen und schlecht informiert. "Hier wurde erst mal versucht, vollendete Tatsachen zu schaffen", sagt Guse. "Mal abgesehen davon, dass wir erhebliche Summen investiert haben, geht es hier um unser Zuhause. Eigentlich wollen wir hier alt werden."

(NGZ/ac)
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