Kaarst: Kaarsterin leitet Bundestagsbüro

Kaarst : Kaarsterin leitet Bundestagsbüro

Seit 2011 ist Eva Keldenich persönliche Referentin von Ansgar Heveling. Heveling ist Mitglied des Deutschen Bundestags. Als Büroleiterin hat die 26-Jährige eine Menge Einfluss – und sie trägt Verantwortung.

Seit 2011 ist Eva Keldenich persönliche Referentin von Ansgar Heveling. Heveling ist Mitglied des Deutschen Bundestags. Als Büroleiterin hat die 26-Jährige eine Menge Einfluss — und sie trägt Verantwortung.

Zu Hause, in Kaarst, hatte Eva Keldenich mit Politik nie etwas am Hut. Ihre berufliche Erfüllung hat die 26-Jährige so gesehen dort gefunden, wo sie zumindest kein Außenstehender vermutet hätte: in einem Büro im Berliner Bundestag. Seit 2011 ist die ehemalige GBG-Schülerin persönliche Referentin von Ansgar Heveling, davor war sie ein Jahr lang studentische Hilfskraft.

Heveling (CDU) ist Bundestagsabgeordneter im Wahlkreis Krefeld, Korschenbroich, Jüchen, Meerbusch und Kaarst. Für Eva Keldenich war der Traumjob das Ergebnis einer Initiativbewerbung und einer gemeisterten Doppelbelastung. Der Preis dafür sind ein nicht zu unterschätzender Einfluss und eine Menge Verantwortung.

Nach ihrem Bachelor in "Deutsch-Französischen Studien" entschied sich die 26-Jährige für einen Master in European Studies, der von der britischen University of Bath in Kooperation mit der Humboldt-Universität Berlin angeboten wird.

Als Thema der Abschlussarbeit für den "Euromaster" wählte sie die deutsch-französischen Kooperationen in der Sicherheits- und Verteidigungspolitik. Auf 75 Seiten thematisierte Keldenich dort, wie die bestehende Zusammenarbeit der Länder Vorbild für Europa sein kann. Gleichzeitig arbeitete sie damals 20 Stunden im Abgeordnetenbüro. Ihre Arbeit wurde mit 1,0 benotet. Als vor einem Jahr die Stelle seiner Büroleiterin frei wurde, stellte Heveling die Kaarsterin quasi vom Fleck weg ein.

Keldenich ist professionell-bescheiden geblieben. "Im Bundestag ist man sehr nah dran an wichtigen Leuten, die wichtige Entscheidungen treffen", sagt sie. Die Wahrheit ist: Ohne die Mitarbeiter der Abgeordneten würde der Betrieb im Bundestag wohl zusammenbrechen.

Sie schreiben Reden, bearbeiten Themen, organisieren Presseauftritte, formulieren Erklärungen, bereiten Sitzungswochen vor, also — gestalten sie mit. Basis für all das, sagt Keldenich, sei ein quasi uneingeschränktes Vertrauen auf beruflicher Ebene. "Die Termindichte ist bei den Abgeordneten so groß, dass sie sich oft blind darauf verlassen müssen, was ihre Mitarbeiter vorbereiten."

Zwischen Heveling und Keldenich stimmt die Chemie. Mindestens ein Jahr lang, bis zur Bundestagswahl 2013, wird das wohl auch so bleiben. Allerdings: "Wer einen bombensicheren Job will", sagt die Kaarsterin, "sollte besser etwas anderes machen."

(NGZ/rl)
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