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Kaarst: Ein Trio für die Gastro-Szene

Kaarst : Ein Trio für die Gastro-Szene

Im leerstehenden Restaurant an der Neusser Straße wollen Fabio Muollo, Julia Esch und Eva Lemke demnächst das "Il Trio" eröffnen. Der Umbau ist erledigt. Noch fehlt ein Geländer am Eingang auf der Rückseite des Hauses.

Das Eingangsportal in markantem Grün fällt ins Auge. Die Schilder an der Fassade verraten den Namen. Drinnen sieht es noch aus wie auf einer Baustelle, doch eigentlich könnte das "Il Trio" an der Neusser Straße unverzüglich eröffnen. Es fehlt nur noch das Geländer für den behindertengerechten Eingang auf der Rückseite des Hauses. Die Barrierefreiheit ist notwendig für die Neuerteilung der Konzession durch die Stadt. Deshalb verzögert sich der bereits für Mitte September geplante Termin zur Neueröffnung bis heute. Umbau und Renovierung hat das Trio Fabio Muollo (34), Julia Esch (34) und Eva Lemke (33) in Eigenleistung erbracht.

Die Holzverkleidungen an den Wänden wurden abgerissen, die Toiletten saniert, die Küche zum Thekenraum geöffnet. Finanziell sind sie an ihrem Limit angekommen, jetzt muss endlich Geld durch Gäste in die Kasse kommen. Betrachtet man die Fluktuation der Branche in Kaarst, die neben ein paar etablierten Gaststätten herrscht, ist der Schritt in die Selbstständigkeit ein Wagnis. Über ein Jahr stand die Lokalität an der Neusser Straße leer. Eigentümer Martin Luckau setzte sich bis zu diesem Sommer eine Frist, um noch einen Nachmieter zu finden. Ansonsten wollte er die Räumlichkeiten zu Büros umbauen. Zwei Wochen nach Ablauf der Konzession stieg "Il Trio" ins Geschäft ein.

Fabio Muollo geht aber ohne Sorgen und mit viel Zuversicht in das Vorhaben. "Man muss den Job lieben und die Gastronomie im Blut haben", sagt er. Letzteres fließt bei ihm gewiss: Sein Vater Toni ist der Inhaber von "Pasta Basta" an der Matthias-Claudius-Straße. In den vergangenen Jahren war Fabio dort der Küchenchef. Sein Vater betrieb früher auch 13 Jahre lang die Pizzeria "I due amici" im Alten Dorf — im Restaurant mit den Bullaugen. Das ist seit wenigen Wochen wieder geschlossen. Nur ein Jahr betrieb dort Blagoje Djordjevic das "Restaurant Mediterran". Schließlich habe das Geld gefehlt, um eine Durststrecke zu bewältigen.

Im vergangenen Jahrzehnt hat die Branche Umsatzrückgänge verzeichnet. Dabei liege dies gar nicht pauschal an weniger Gästen, sagt Thorsten Hellwig von der Dehoga Nordrhein. "Ihr Verzehr ist nur zurückhaltender. Es wird häufiger auf Vor- oder Nachspeise, eine weitere Flasche Wein oder den Kaffee danach verzichtet", so der Sprecher des Hotel- und Gastronomieverbands. In 2011 und 2012 habe sich die Lage aber wieder entspannt. Für Kaarst im Speziellen vermutet Hellwig, dass die Nähe zu Neuss und Düsseldorf viele Bürger zum Essen auch in die Nachbarstädte verschlägt.

(NGZ)