Kaarst: Thoben besucht Senioren-Union

Kaarst : Thoben besucht Senioren-Union

Die Senioren-Union Kaarst hat in diesem Jahr bereits 34 Neumitglieder aufgenommen und zählt nun 206 Zugehörige. Und gut jeder Vierte kam Dienstagnachmittag in Johnen's Tenne, wo die Vereinigung ihre stellvertretende Landesvorsitzende Christa Thoben empfing. Neben der ehemaligen NRW-Wirtschaftsministerin hatte der Kaarster Vorsitzende Theo Thissen Landrat Hans-Jürgen Petrauschke (CDU) und den stellvertretenden Vorsitzenden der Jungen Union (JU) im Rhein-Kreis Neuss, Sven Ladeck, eingeladen.

Zentrales Thema der Veranstaltung war das Wohnen im Alter. Alle drei Gäste lehnten die klassische Form der Altenheime kategorisch ab. "Es wird weiterhin Pflegeheime geben, aber die meisten Senioren wünschen sich ein Leben dort nicht mehr", sagte Petrauschke. Christa Thoben sprach sich gegen reine Wohngebiete aus. Ärzte, Geschäfte, Kindergärten und Sportanlagen gehörten dort hinein, sagte sie. "Auch bei der Wohnstruktur gibt es viele Lösungen. Aber wir beschäftigen uns noch zu wenig damit", sagte Thoben. Sven Ladeck erinnerte an Großfamilien, die früher wie selbstverständlich unter einem Dach lebten. "Daran müssen wir wieder ansetzen", sagte der 21-Jährige. Für ein Zusammenleben von Jung und Alt müsse die Politik Kindertagesstätten in die Nähe von Seniorenresidenzen bringen. Als gutes Beispiel nannte Ladeck den Plan, an der Bussardstraße bald eine Kindertagesstätte einzurichten und an der Alten Heerstraße ein Seniorenheim zu bauen.

Auf mehr Gemeinschaft von Alt und Jung möchten Senioren und Junge Union auch politisch wieder setzen. Sven Ladeck nahm dabei die vielen Veranstaltungen der Bundesvorsitzenden beider Vereinigungen, Professor Otto Wulff und Philipp Mißfelder, als Vorbild. Gleichaltrige könne Ladeck nur noch schwer für seine Interessen begeistern, weswegen er den regen Besuch der Senioren an diesem Nachmittag lobte. Doch auch bei den Senioren gibt es Abkehr von der CDU. Gerade bei Frauen über 60 Jahre verliere die Partei Wähler, wusste Christa Thoben. Auch deshalb stellte man ihr die Frage, ob es sich noch lohne, zur Wahl zu gehen. Ihre Antwort endete nach einem Exkurs zu Rente, Euro, Industrie und Umweltschutz allerdings nur in der Stellungnahme: Es gebe noch viele Themen, bei denen man etwas tun könne.

(stef)
Mehr von RP ONLINE