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Kaarst: IHK-Studie: Kaarst schrumpft

Kaarst : IHK-Studie: Kaarst schrumpft

Die Industrie- und Handelskammer hat eine Studie zur demografischen Entwicklung in den Kommunen am Mittleren Niederrhein veröffentlicht. Für Kaarst prognostiziert diese einen überdurchschnittlichen Bevölkerungsrückgang.

Kaarst wird stark von den Auswirkungen des demografischen Wandels getroffen, oder anders formuliert: Kaarst wird (noch) älter und schrumpft, bevölkerungstechnisch gesehen. Das jedenfalls geht aus einer Studie mit dem Titel "Die demografische Entwicklung in den Städten und Gemeinden am Mittleren Niederrhein im interregionalen Vergleich" hervor. Dafür hat die Industrie- und Handelskammer Mittlerer Niederrhein die demografische Entwicklung mit Hilfe von Bevölkerungsprognosedaten des Landesbetriebs IT.NRW in den Städten und Gemeinden der Region untersucht. Zudem Daten wurden die Daten mit Werten von Kommunen ähnlicher Größe aus dem gesamten Bundesland verglichen.

"Kaarst ist schon heute eine Gemeinde mit einer überdurchschnittlich alten Bevölkerung. Bis zum Jahr 2030 wird die Stadt daher überdurchschnittlich viele Einwohner verlieren", sagt IHK-Volkswirt Rainer Növer. Das mittlere Alter der Kaarster Bevölkerung lag bereits 2010 drei Jahre über dem mittleren Alter der Vergleichsgemeinden im Durchschnitt. Auf 100 Einwohner im erwerbsfähigen Alter kommen derzeit 38 Rentner. In keiner Kommune am Mittleren Niederrhein ist das Verhältnis ungünstiger. Laut Studie hat das zur Folge, dass die Bevölkerung bis 2030 um 9,5 Prozent schrumpft. "Und eine schrumpfende Einwohnerzahl", sagt Növer, "hat auch Auswirkungen auf die Wirtschaft, weil die Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter sinkt." Die derzeitigen Prognosen gehen für Kaarst diesbezüglich von einem Rückgang um knapp 25 Prozent aus, während der Durchschnitt bei nur 12 Prozent liegt. Auch auf die kommunalen Finanzen wird der demografische Wandel treffen. Kommen auf 100 Personen im erwerbsfähigen Alter aktuell 72 Rentner und Jugendliche, wird die Zahl der zu unterstützenden Personen bis 2030 auf 106 steigen.

Positiv, sagt die Studie, sei allerdings, dass Kaarst durch seine leistungsstarke Wirtschaft im interkommunalen Vergleich hohe Steuereinnahmen erzielen könne. Auch die Attraktivität als Wohnstandort habe einen Einfluss auf die Entwicklung der Städte und Gemeinden. "Hier zeigt der Bericht für Kaarst positive Ergebnisse. Überdurchschnittlich viele Familien ziehen nach Kaarst", sagt Növer.

(NGZ)