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Hückeswagener THW wässert städtische Bäume

Bergische Hitze : Amtshilfe – THW wässert städtische  Bäume 

Angesichts der lange Trockenheit und der aktuellen Hitze brauchen die Pflanzen viel Wasser. Doch der Bauhof kommt nicht mehr hinterher. Daher übernimmt das THW bis auf Weiteres das Bewässern der Bäume an einigen Stellen im Stadtgebiet.

Wenn das Technische Hilfswerk zu einem Einsatz ausrückt, handelt es sich um eine Katastrophe. Zumindest normalerweise. Eine Katastrophe ist der aktuelle Einsatz zwar nicht, aber wenn es noch lange weiter so heiß und vor allem so trocken bleibt, dürfte nicht mehr viel daran fehlen. Auch in Hückeswagen ist es seit Mai heiß, Regen ist seitdem – wenn überhaupt – nur rudimentär gefallen. Das war dann der berühmte Tropfen auf den heißen Stein. Entsprechend „durstig“ sind die Pflanzen, allen voran die Bäume.

Der Bauhof ist montags bis freitags unterwegs, um für Nachschub zu sorgen. „In Hückeswagen sind zwei Fahrzeuge mit einem 6000- und einem 2000-Liter-Tank unterwegs“, berichtet Leiter Magnus Bernhardt. Jeweils zwei Mitarbeiter seien während der gesamten Arbeitszeit nur mit dem Bewässern beschäftigt. Aber mittlerweile sind alle Kapazitäten erschöpft. Daher hatte die Stadtverwaltung zu Wochenbeginn den THW-Ortsverband um eine Art Amtshilfe gebeten. Am Mittwochabend waren erstmals drei THW-Mitglieder in der Innenstadt unterwegs, um Bäume etwa im Bereich des Goethetals, im Island und am Wilhelmplatz zu wässern.

Mit einem typisch blauen Lkw war das THW angerückt, auf dessen Ladefläche sechs 1000-Liter-Tanks standen. Die stehen immer in der Unterkunft des Ortsverbands an der Bockhackerstraße im Gewerbegebiet Winterhagen-Scheideweg bereits. „Wir benötigen sie für die sogenannten Einsatzgerüstsysteme“, erläutert Peter Jaeger, der stellvertretende Ortsbeauftragte. Diese werden in Katastrophenfällen aufgebaut, brauchen aber die 1000-Liter-Tanks für die Beschwerung und zu ihrer Stabilität.

Auch am Wilhelmplatz wurde am Mittwochabend gegossen. Die Bäume haben’s derzeit dringen nötig. Foto: Peter Jaeger

Doch mit den 6000-Litern kamen die drei THW-Helfer, die zwischen 18.30 und 22 Uhr im Bewässerungs-Einsatz waren, natürlich nicht weit. Zumal jeder Baum fürs Erste etwa 200 Liter benötigte. Wasser holten sich die freiwilligen Helfer auch noch aus den Hydranten, das dann aus A-Schläuchen in die Beete floss. Diese Schläuche mit einem Durchmesser von 110 Millimetern sind fünf- bis achtmal so groß wie normale Gartenschläuche. „Gegossen werden kann momentan aber nur mit einem Spritzstrahl“, erläutert Bernhard. Ansonsten würde das Wasser über statt in den knochentrockenen Boden fließen.

Peter Jaeger war überrascht über die Vielzahl an Bäumen, die seine Kameraden zu gießen hatte. „Im Goethethal, im Island und am Wilhelmplatz stehen doch schon ein paar Bäume – das läppert sich“, hat er festgestellt.

Der Bauhof bewässert vor allem die Jungbäume, haben diese doch noch kein allzu üppiges Wurzelwerk ausgebildet. Im Gegensatz zu den älteren Bäumen, die das Wasser dank ihrer langen Wurzeln aus tieferen Schichten ziehen können. Der Nachteil bei ihnen aber ist, dass es entsprechend länger dauert, bis das Wasser durch das Gießen bei denen ankommt. Darüber hinaus hat der Bauhof auf dem großen Bergischen Kreisel einen Rasensprenger installiert, der über Stunden die vielen Pflanzen bewässert und so deren Farbenpracht erhält. „Bei diesen Bedingungen tut jeder Schluck Wasser gut“, betont Magnus Bernhardt.

Das Technische Hilfswerk wird zumindest auch die nächsten Tage im Stadtgebiet (s. Infokasten) im Bewässerungs-Auftrag der Stadtverwaltung unterwegs sein. „Wir machen das so lange, wie wir gebraucht werden“, bestätigt der stellvertretende Ortsbeauftragte. Legt man die aktuellen Wettermodelle zugrunde, wird das THW noch bis mindestens Ende August für die Stadt arbeiten – so lange sollen Hitze und Trockenheit anhalten. Selbst im Bergischen.