Grevenbroich: Mehr Windräder für die Stadt

Grevenbroich: Mehr Windräder für die Stadt

Die Stadt Grevenbroich will sich aktiv am Ausbau der erneuerbaren Energien beteiligen. Geplant ist, weitere Konzentrations-Zonen für Windräder auszuweisen. Im neuen Jahr wird ein Flächen-Check in Auftrag gegeben.

Die Stadt Grevenbroich zählte zu den Vorreitern in Sachen Windenergie: Als in den 90er Jahren die ersten Rotoren auf der Vollrather Höhe aufgestellt wurden, gehörten sie noch zu den "Erlkönigen" in Nordrhein-Westfalen. Mittlerweile ist auf der Hochhalde ein stattlicher Windpark entstanden, der in Kürze um eine zusätzliche Anlage des Gas- und Wasserwerks erweitert wird. Weitere Mühlen drehen sich auf der Frimmersdorfer Höhe, dort werden Prototypen von der Gesellschaft "Windtest" auf ihre Tauglichkeit im Binnenland gecheckt.

"Die Planungen haben wir damals mit Weitsicht erstellt", erklärt Werner Hoffmann, der Technische Beigeordnete der Stadt: "Es wurden sogenannte Vorrang-Zonen ausgewiesen, um Windräder dort zu konzentrieren, wo wir sie auch haben wollten." Das habe sich bewährt: "Die Anlagen werden von den Bürgern akzeptiert", sagt Hoffmann.

In den vergangenen Jahren habe es immer wieder Nachfragen von Firmen gegeben, die weitere Anlagen errichten wollten. So habe ein Unternehmen den Wunsch geäußert, mehrere Windräder auf den Bermen — den treppenartigen Aufschüttungen — der Vollrather Höhe zu positionieren. "Der Planungsausschuss hat sich jedoch dagegen ausgesprochen", erklärt Hoffmann: "Auch weil die Politiker die in der Nähe lebenden Anwohner vor möglichen Lärmbelästigungen schützen wollte." Sein Eindruck: "Ich glaube, weitere Windräder waren auch nicht mehr gewünscht." Nach der Atom-Katastrophe im japanischen Fukushima habe sich diese Sichtweise jedoch geändert. Grevenbroich will sich nun aktiv am Ausbau der erneuerbaren Energien beteiligen: "Wir haben Gelder für eine Analyse im Haushalt 2012 beantragt. Ein Fachbüro soll untersuchen, wo weitere Vorrang-Zonen für Windräder eingerichtet werden können." Der Aufwand sei immens: Die Richtungen und Stärken des Windes müssten ebenso beachtet werden wie die Nähe zu Ortschaften. Auch Planungen für Versorgungsleitungen oder künftige Wohn- und Gewerbegebiete müssten berücksichtigt werden.

Da sowohl RWE als auch das Gas- und Wasserwerk ihre Aktivitäten in Sachen Windenergie ausbauen wollen, gelte es, entsprechende Felder bereitzuhalten: "Letztendlich müssen die Grevenbroicher aber auch etwas davon haben", erklärt Werner Hoffmann. Er denkt hierbei etwa an Beteiligungen an einem oder mehreren Windrädern. "Vielleicht gelingt es, einen Bürgerwindpark einzurichten", meint der Technische Beigeordnete.

Werner Hoffmann geht davon aus, dass die Politiker das Geld für die Fach-Untersuchung genehmigen werden. "Sobald die Bewilligung vorliegt, wird das Gutachten in Angriff genommen."

(NGZ)