Jüchen : Windräder werden 2012 gebaut

Im Rekultivierunsgebiet vom Tagebau Garzweiler ist der erste Jüchener Windpark geplant. Investitionsvolumen von "RWE Innogy": mehr als 20 Millionen Euro. Ein Beispiel, wie in der Gemeinde regenerative Energie genutzt wird.

Noch läuft die Genehmigungsphase für den ersten Jüchener Windpark: "Wir rechnen im Spätherbst mit der Genehmigung des Windparks", so ein Sprecher des Betreibers "RWE Innogy". Im "ersten oder zweiten Quartal 2012" könne dann mit dem Bau der vier, je 3,4 Megawattstunden starken Anlagen begonnen werden; diese würden dann 2012 auch Strom liefern können. Das Investitionsvolumen liegt insgesamt bei mehr als 20 Millionen Euro.

Im Dreieck zwischen den rekultivierten Flächen des Tagebaus Garzweiler I sowie zwischen den Autobahnen 540 und 46 liegt das 45 Hektar große Areal. "RWE Innogy" plant Windräder auch auf anderen ehemaligen Tagebauflächen in Nachbarkommunen: So gibt es Pläne für 18 Anlagen im Windpark Bedburg und für zehn Windräder im Windpark Titz.

Jüchen, mit Garzweiler ein Zentrum des Braunkohletagebaus, hat damit seine Zeit als Windrad-freie Zone beendet und Konzentrationsflächen für Windparks ausgewiesen. In den Nachbarkommunen Grevenbroich, Kaarst oder Korschenbroich liefern die Riesen-Räder bereits Strom.

Warum dieser Schritt für die Gemeinde ein wichtiger in die Zukunft ist, erläutert Bürgermeister Harald Zillikens bei einer CDU-Veranstaltung zum Thema Energie. "Wir müssen uns auf den Weg machen — alles andere bedeutet für uns als Kommune im Braunkohlerevier weniger Geld in der Kasse", sagt er. Für Jüchen seien Investitionen etwa in Photovoltaikanlagen auf öffentlichen Gebäuden wie Sporthallen oder Schulen finanziell nicht machbar, ebenso wie für zahlreiche Privathaushalte.

"Das wirkt sehr kurzsichtig, aber wir können nicht anders handeln", sagt Zillikens. CDU-Landtagsabgeordneter und energiepolitischer Sprecher Lutz Lienenkämper betonte: "Wie die Lösung auch aussehen wird — wir müssen die Bürger mitnehmen. Der Staat kann, darf und soll nichts aufzwingen."

Die vier Windräder sollen Strom für rund 9000 Haushalte liefern. Jedes Exemplar ist 180 Meter hoch, bei einer Nabenhöhe von 120 Metern. Ein weiterer Ausbau sei auf diesem Areal nicht möglich, hatte Guido Beckers, Geschäftsführer der Firma "BMR Energy Solutions", die für "RWE Innogy" das Projekt umsetzt, bei der Vorstellung im Fachausschuss betont. Kriterien wie Abstand zur Bebauung oder Emissionsschutz seien zu erfüllen.

(NGZ/rl)