1. NRW
  2. Städte
  3. Grevenbroich

Grevenbroich: TV Jahn braucht mehr Geld fürs Bad

Grevenbroich : TV Jahn braucht mehr Geld fürs Bad

Der TV Jahn Kapellen braucht fürs Neukirchener Hallenbad mehr Geld, verhandelt mit der Stadt. Der Grund sind gestiegene Kosten etwa für Gas. Gerüchten, dass das Bad eventuell vor der Schließung steht, tritt Präsident Winfried Schmitt entschieden entgegen: "Das Hallenbad bleibt geöffnet."

Schon seit Jahren geht Joachim Klein im Neukirchener Hallenbad schwimmen, er schätzt die familiäre Atmosphäre. "Ich wollte dem TV Jahn Kapellen beitreten und habe die Antwort erhalten, dass ich abwarten solle. ,Wir wissen nicht, ob wir das Bad weiter betreiben können', wurde mir gesagt", erzählt der 84-Jährige aus Rosellerheide.

Winfried Schmitt, Präsident des TV Jahn Kapellen mit 1700 Mitgliedern, erklärt dagegen mit Entschiedenheit: "Das Bad bleibt weiter geöffnet. Wir haben keinerlei Schließungsabsichten." Zwar ist das Bad seit dem vergangenen Freitag zu, aber nur wegen der bis Neujahr anstehenden Grundreinigung.

Klar ist aber auch: Der Verein, der das Bad 1998 von der Stadt übernahm, braucht für den Unterhalt mehr Geld. "Die Kosten für Energie sind enorm gestiegen, sie betragen rund 70 000 Euro im Jahr allein fürs Gas", so Schmitt. "Wir haben vom Energieversorger eine Nachzahlung im vierstelligen Bereich erhalten. Grund war der strenge Winter", ergänzt Vize-Präsidentin Sabine Walter. "Wir stecken Einnahmen aus anderen Sportabteilungen und aus dem Kraftsportraum ins Hallenbad, aber das alles reicht nicht aus", macht Winfried Schmitt deutlich. Ein weiteres Problem: "Wir müssen die Filteranlage neu befüllen. Dafür haben wir einen Kostenvoranschlag eingeholt — die Arbeiten kosten rund 20 000 Euro."

Bereits 2010 hatte der TV erhebliche Geldsorgen wegen des Bades. Die Schließung drohte. Bürger starteten Unterschriftenaktionen für den Erhalt. Nach langen Verhandlungen wurde das beliebte Hallenbad an der Viehstraße gerettet. Die Stadt zahlte nicht nur den 25 000-Euro-Zuschuss für 2010 aus, die Fraktionsvertreter erklärten laut Bürgermeisterin Ursula Kwasny zudem die Absicht, dass die Stadt 2011 und 2012 in ähnlicher Größenordnung hilft. "Wir haben die Zusage für diesen Zuschuss für 2012", so Schmitt. Doch die Wünsche des TV Kapellen gehen angesichts der gestiegenen Kosten darüber hinaus. "Wir hoffen auf die Übernahme der Mehrkosten für die Energie und die anstehenden Reparaturen durch die Stadt", so Schmitt.

TV-Jahn-Geschäftsführer Klaus Calvis ist optimistisch, "Wir haben eine gute Zusammenarbeit mit der Stadt". Im Rathaus bestätigt Stadtsprecher Andreas Sterken: "Wir führen mit dem Verein zielführende Gespräche." Rund 30 000 Schwimmer werden im Hallenbad im Grevenbroicher Norden jedes Jahr gezählt. Diese Zahl könnte bald deutlich steigen. Wenn nämlich das Schlossbad abgerissen und durch einen Neubau ersetzt wird, steht in Grevenbroich lediglich noch das Neukirchener Bad als größere Schwimmmöglichkeit zur Verfügung. "Die Bürgermeisterin hat betont, wie wichtig das Neukirchener Bad für die Stadt ist", sagt Sabine Walter.

(NGZ/jul)