Uedem-Keppeln: Lauter Originale ziehen durch Keppeln

Uedem-Keppeln : Lauter Originale ziehen durch Keppeln

5000 Zuschauer kamen zum kultigen Rosenmontagszug in Keppeln. 33 Wagen und Fußgruppen zogen zweimal durch den Ort. Fantasievoll verkleidete Jecken, viel Live-Musik und toll gestaltete Wagen zeichneten den Zug aus.

Ein Rosenmontagszug wie eine riesengroße Familienfeier - das ist der Zug in Keppeln. Seit 1965 zieht es die Jecken vom Niederrhein in den Ortsteil der Gemeinde Uedem. 1600 Einwohner leben dort, zum Rosenmontagszug aber sind 5000 Menschen auf den Beinen. Sie alle wanderten in bester Feierlaune, bunt und fantasievoll verkleidet und jedem Wetter trotzend in Richtung Dorfmitte, wo der Zug mit 33 Zugnummern, weil es so schön ist, gleich zwei Mal vorbeizog.

Andrea Franken mit roter Perücke und Krakententakeln verlängerten Fingern moderierte und kommentierte fröhlich und schwungvoll die vorbeiziehenden Wagen und führte Interviews mit großen und kleinen Karnevalisten. Eine strahlende Steffi Neu begrüßte auf dem ersten Wagen, dem Wagen der Ordensträger der ortseigenen Karnevalsgesellschaft "Queekespiere", die Keppelner. "Ons Internet is nit so gau, mär flott sin wej mit ons Helau", war zu lesen auf dem Mottowagen der "Queekespiere", einem schön geschmückten "Queekenschiff. "Wej sin noch orginale" hatten sie auf die Reling geschrieben und trafen damit die Stimmung des Karnevals in Keppeln genau. Süßes Wurfmaterial wurde reichlich verteilt.

"Achtung Wild" warnte diese als Rehe und Hirsche verkleidete Gruppe auf ihrem Mottowagen. Foto: Evers Gottfried

Die Musikvereine "König David Keppeln und Heimatklänge Uedemerbruch", sowie das Jugendorchester Wissel und der Tambourcorps Kehrum sorgten für Live-Musik und spielten Karnevalshits. Wie Zugleiter und Geschäftsführer der KG Queekespiere, Dieter Kalbfleisch, mitteilt, sind es hauptsächlich private Gruppen, die mit Wagen oder Fußgruppen am Zug teilnehmen. Hinzu kommen einige Vereine, die Katholische Landjugendbewegung (KLJB) Keppeln, die Messdiener der "Heilig Geist"-Gemeinde Kalkar und die karnevalistischen Nachbarn, die "Uemse Knollen" der KKG Fidelitas aus Uedem.

In rosaroten Kartons "verpackt" kamen die "Village People" als Barbies verkleidet daher. Ein Hingucker auch die "Tackerfreunde", die sich in Schneeflocken verwandelt hatten oder die Konfetti-Frauen aus dem "Märchenwald". Die Zwillinge Kirsten und Daniela Verfürth wussten am Morgen noch nicht, welche Geburtstagsüberraschung sie erwartete. Verkleidet als große Tortenstücke zogen sie schließlich mit.

Kunterbunt und quietschvergnügt bereicherten diese blonden Hippies den Umzug. Foto: Evers Gottfried

Besonders imposant war das Narrenschiff des "Hein-Duck-Dich-Clubs", das im realen Leben ein Linienbus ist. "Auf nach Amerika dort regiert Prinz Karneval das ganze Jahr!", war darauf zu lesen. "Ich lass mich jetzt abholen", rief Moderatorin Andrea Franken, "geht es nach Dubai oder zu den Azoren?" Donald Trump, in diesen Tagen ein unumgängliches Thema im Karneval, war auch die Verkleidung der "Herren Totenhügel". "Der Präsident das Trumpeltier" titelten sie ihren Wagen, der noch einen Aufbau hatte mit dem Bild der Freiheitstatue, allerdings sitzend und den Kopf in die Hände gelegt. Die Bilder sprachen deutlich. Mit Liebe zum Detail war auch der Wagen "110 Jahre Astrid Lindgren" vom Reiterverein "von Bredow" herausgeputzt. Hoch oben ein Karlsson vom Dach, vorneweg Pippi, die ihr Pferd hochstemmt.

Der Zug in Keppeln spricht viele Familien mit Kindern an, die zahlreich gekommen waren, jedoch auch die Jugend und die Älteren fehlten nicht. Nach der zweiten Runde durch das Dorf war mit dem Feiern lange noch nicht Schluss. Vor und in der Dorfschule ging es weiter mit "Queekensound" und guter Laune bis zum Abend.

(ath)
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