In Issum haben 70 Mitbürger in einer Aktion Dreck beseitigt.

Mitmachaktion : Fleißige Helfer räumen Issum auf

Rund 70 Bewohner der Gemeinde aus allen Altersgruppen sammelten putzmunter am Samstagvormittag Müll. In vier Stunden wurden 26 Bereiche vom Abfall befreit. Es kamen dabei insgesamt 435 Kilogramm auf die Waage.

Der Parkplatz an der Schulstraße wurde Treffpunkt einer besonderen Säuberungsaktion in Issum. Der Heimat- und Verkehrsverein rief nach mehrjähriger Pause zum Müllsammeln auf. Vorsitzender Bernhard Greitemeier hatte im Vorfeld akribisch die Fläche in 28 Bezirke eingeteilt und alles Organisatorische, so die spätere Abholung der Säcke, eingestielt. Arbeitsmaterial wie Handschuhe, Greifzange und Warnwesten standen für rund 70 Teilnehmer bereit. 26 innerörtliche Bereiche waren in nur vier Stunden sauber und vom Wohlstandsmüll befreit. Stolze 435 Kilo brachten die Sammler später auf die Waage.

Überraschende Funde machten die Issumer nicht. Zu den kuriosen Dingen gehörten ein altes Handy und vier Autoreifen. Am Tag zuvor hatte Geschäftsführer Jakob Koch einen Probelauf gemacht. Eine Kiste mit leeren Schnapsflaschen und Berge von gefüllten Hundekotbeuteln sammelte er ein. „Mich wundert, dass alles gehäuft an einer Stelle lag. Die Aktion macht auch deutlich, dass wir auf Issumer Gebiet mehr Müllkörbe aufstellen müssen“, so Koch. Ein Antrag soll für die Verwaltung formuliert werden.

Schon Samstagmorgen war die Resonanz auf die Aktion positiv. Auch wenn sich das Wetter eher ungemütlich zeigte, stand für Jalon (6) fest: „Wir räumen Issum auf.“ Das Thema saubere Umwelt steht bei den Kindern hoch im Kurs, wie Vater Frank Gubela verriet. „Kleine Schritte mit großer Wirkung“, so auch das Motto beim Kindergarten „Krütpasch“, der sich für Vermeidung von Müll und Nachhaltigkeit engagiert. „Wir sammeln mit den Eltern rund um die Kita. Unsere Kinder sind richtig aufgeregt“, so Erzieherin Maren Adolph (24). Dass Müll getrennt wird und in den Mülleimer gehört, praktizieren die kleinen Umwelthelden längst. Immerhin sollten es später 35 Kilo, verteilt auf sechs Säcke, sein, die zusammenkamen.

Dass sich so viele an der Aktion beteiligen, ist dem Wunsch nach einer sauberen Heimat wie auch dem Umwelt- und Naturschutzgedanken geschuldet. „Wer sieht schon gerne Müll?“, fragte Guido Tersteegen. Vor allem Glasscherben gelte es aufzusammeln, um Verletzungen zu vermeiden. Drei Generationen beteiligten sich mit Henny Mauritz. „Meine Tochter Judith und mein Enkel Nick sammeln mit“, erzählte sie. Auch Bürgermeister Clemens Brüx war mit von der Partie, wollte mit ein Zeichen gegen die Vermüllung und das unverrottbare Plastik rund um Issum setzen. Die Aktion vom Heimat- und Verkehrsverein begrüßte er. Das Gefühl für die Umwelt und den Klimaschutz mobilisiere, wecke Verantwortung für den eigenen Lebensraum, das Dorf. „Jugendliche wie die Schwedin Greta Thunberg machen es uns vor“, so Brüx.

Stichwort Jugend: Neben der Kita „Krütpasch“ halfen die Pfadfinder fleißig mit. Über noch mehr jugendliche Helfer hätte sich Hans-Willi Leenings gefreut. Für den Klimaschutz freitags demonstrieren und samstags anpacken, das hätte ihn richtig überzeugt. Während die Sammler ausschwärmten, zog Greitemeier kurz nach dem Start eine erste positive Bilanz. „Überwältigend“, meinte er. „Wir sind auf dem richtigen Weg.“ Gegen 15 Uhr endete die Aktion, die Säcke werden nun vom Bauhof entsorgt. „Super gelaufen. Die beiden außerhalb liegenden Bezirke, in denen nicht gesammelt wurde, nehmen wir uns noch vor“, so Koch.

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