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Christian van de Laak aus Geldern ist Feuerwehrmann und Lebensretter.

Christian van de Laak aus Geldern : Ein Lebensretter mit Auszeichnung

Der Gelderner Christian van de Laak ist im Landtag von Nordrhein-Westfalen für seine Verdienste in der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) geehrt. Im Hauptberuf ist er Feuerwehrmann bei Thyssen.

Christian van de Laak ist Feuerwehrmann. Und das nicht nur im beruflichen, sondern auch im übertragenen Sinn. Denn neben seinem Job bei der Werksfeuerwehr bei Thyssen ist der 32-jährige Gelderner ehrenamtlich engagiert: in der DLRG Ortsgruppe (OG) Geldern-Walbeck. Für dieses Engagement, insbesondere im Einsatzbereich, wurde er jetzt durch den Landesverband (LV) Nordrhein mit dem „Lebensrettungs-Award“ geehrt, der zum ersten Mal überhaupt verliehen wurde. Den Preis erhielt er aus Händen der Landtags-Vizepräsidentin Carina Gödecke und des LV-Präsidenten Reiner Wiedenbrück.

„Die DLRG ist ein wichtiger Teil meines Lebens, quasi meine zweite Familie“, sagte van de Laak am Rande der Preisverleihung im Düsseldorfer Landtag. „Und dabei hat das alles eher widerwillig angefangen, weil ich mit Freunden zusammen zum Schwimmen gegangen bin.“

Das war vor 20 Jahren, heute ist er als einziger aus dieser Clique übrig geblieben. Dafür hat er im Laufe der Zeit aber eine erstaunliche Karriere im Ehrenamt hingelegt. Über die Jugendarbeit kam er in den Jugendvorstand, wurde nach einigen Jahren Jugendvorsitzender, landete so auch im Hauptvorstand der Ortsgruppe und dort ging es dann weiter. Zunächst acht Jahre lang als stellvertretender Leiter Einsatz, seit dem vergangenen Jahr in Leitungsfunktion. „Kein ungewöhnlicher Werdegang in unserem Verband, wie ich aus zahlreichen Gesprächen mit Kameraden weiß“, erklärt er weiter.

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Ganz nebenbei managte er wie ein Bauherr 2017 den Umbau der neuen und überhaupt ersten eigenen Unterkunft der Ortsgruppe. Neun Monate lang dauerte die aufwendige Umgestaltung der Räumlichkeiten, während derer van de Laak nicht nur die freiwilligen Mitarbeiter koordinierte, sondern auch Handwerker, Materialbestellungen und -fahrten und alles, was ansonsten so anfiel. Mehr als 400 Arbeitsstunden kamen so zusammen. „Ohne den Schichtdienst bei der Werksfeuerwehr wäre so etwas nicht möglich. Da war es auch irgendwie logisch, dass ich bei dieser Aufgabe den ‚Feuerwehrmann‘ spielen würde.“

Für dieses außergewöhnliche Engagement, die vielen Ausbildungsstunden im Hallenbad und die Mit-Organisation von Events wie dem jährlichen 24-Stunden-Schwimmen sind ihm seine Vorstandskollegen derart dankbar, dass sie ihn für den Lebensrettungs-Award nominierten.

Doch die DLRG bedeutet für Christian van de Laak nicht nur Arbeit. Sie ist Lebensinhalt und eigentlich nicht nur seine zweite Familie. Denn seine Freundin Nicole, mit der er seit acht Jahren zusammenlebt, hat er im Verein kennen und lieben gelernt. „Auch das ist etwas, das nicht selten passiert in unserem Verband.“ Wenn sich Privatleben und Hobby gemeinsam gestalten lassen, lebt es ich oft auch viel einfacher zusammen.

Und noch einen Teil seines Lebensweges hat die Erfahrung in der DLRG in die Spur gebracht: Dass Christian van de Laak heute in der Werksfeuerwehr arbeitet, kam durch die Tätigkeit in der und für die OG. „Ich habe hier meine ersten Erfahrungen in Erster Hilfe und im Sanitätswesen gesammelt und Freude daran gefunden“, erinnert er sich.

Als Mechatroniker im Bergbau musste er sich zu Zeiten des Steinkohleausstiegs ohnehin anders orientieren, nutzte ab 2010 die Möglichkeit der Umschulung in der Transfergesellschaft und arbeitet seit 2011 in seinem neuen Beruf. „Ich bin sehr zufrieden mit meinem Leben und freue mich sehr, dass ich jetzt für etwas einen Preis bekommen habe, das für mich eigentlich selbstverständlich ist.“ Aufzuhören mit dem Ehrenamt kann sich van de Laak nur schwer vorstellen. „Ich bin ja gerade erst ins neue Amt gewählt worden und habe da noch einiges vor. Das Jugend-Einsatz-Team, kurz JET, muss ausgebaut und gefestigt werden und die Koordination im Rahmen des Katastrophenschutzes im Kreis Kleve muss auch ordentlich weiter laufen.“ Die Ortsgruppe Geldern-Walbeck besitzt ein eigenes Boot, das auf dem Rhein und im kreisweiten Katastrophenschutz eingesetzt wird.