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Jugendfeuerwehr in Weeze und Wemb

Jugend : „Jugendfeuerwehr ist schon was Cooles“

Sieben Neuaufnahmen gibt es beim Nachwuchs der Freiwilligen Feuerwehr Weeze-Wemb. Johannes Engbroks fieberte mit seinem 18. Geburtstag seinem Eintritt in die aktive Wehr entgegen. Er und Luca Osgood erzählen, was so toll ist an ihrem Hobby.

Der 18. Geburtstag, dem fiebern viele Jugendliche entgegen. Für die meisten bedeutet es, endlich Auto fahren, alles selbst entscheiden dürfen, offiziell ist man erwachsen. Für Johannes Engbroks bedeutet es noch mehr. Von der Jugendfeuerwehr wechselt er in den aktiven Dienst der Freiwilligen Feuerwehr Weeze-Wemb.

 Im Januar 2013 hatte er mit einem Kumpel überlegt: „Jugendfeuerwehr wäre schon was Cooles.“ Wie er darauf kam? „Man hat die Erwachsenen von der Feuerwehr bei der Kirmes gesehen und sich gedacht, wie es wohl wäre, wenn man später groß ist und auf Einsätze fährt“, sagt Johannes. Beim Sich-Gedanken-machen ist es nicht geblieben. Er stieg in die Jugendfeuerwehr ein, auch wenn sein Kumpel sich für ein anderes Hobby entschied.

Das Datum seines Eintritts in die Jugendfeuerwehr weiß auch Luca Osgood genau. Es war der 1. Oktober 2014. Seine Familie habe ihm viel davon erzählt, sagt der 15-Jährige. „Da hab ich einfach auch Lust bekommen mitzumachen.“ Sein Onkel ist Jan van Heek, Gemeindejugendfeuerwehrwart. Sein Opa, Peter Hiep, war lange in der Feuerwehr und ist nun Mitglied in der Ehrenabteilung. „Den Leuten zu helfen, dafür ist die Feuerwehr da. Man hat da so zu denen aufgeblickt“, beschreibt Luca, was ihn überzeugt hat.

 Jan van Heek und Andre van de Langenberg mit dem jüngsten Feuerwehr-Nachwuchs.
Jan van Heek und Andre van de Langenberg mit dem jüngsten Feuerwehr-Nachwuchs. Foto: Evers, Gottfried (eve)
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Dabei ist es gar nicht unbedingt so einfach für die Jugendlichen, am Ball zu bleiben, wissen Jan van Heek und Andre van de Langenberg von der Gemeindejugendfeuerwehr. Stolz sind sie, dass sie mit 30 Kindern und Jugendlichen gut aufgestellt sind. „Die Jugend ist unsere Zukunft“, sagt Dominik Behet, der sich um die Pressearbeit der Wehr kümmert. Mittlerweile gibt es sogar Wartelisten. „Wir wollen ja nicht einfach viele Leute ausbilden, sondern gut ausbilden“, erklärt Behet. Und wenn dann wegen Johannes, der 18 Jahre wird und in die aktive Wehr wechselt, ein Platz frei wird, dann ist für alle alles richtig gelaufen.

Einen regelrechten Boom habe es bei der Jugendfeuwewehr Weeze-Wemb gegeben, als man das Eintrittsalter von zwölf auf zehn heruntergesetzt hat, erinnert sich Jan van Heek. Man wolle Kinder früh begeistern, sonst gehen sie in andere Vereine, schildert er seine Erfahrung. Es gibt Feuerwehr-AGs an der Petrus-Canisius- und der Marienwasser-Schule und in Kooperation mit der Feuerwehr Goch auch an der Gaesdonck. Genauso wie bei der Jugendfeuerwehr werden auch Experimente gemacht. „Das ist ein bisschen wie Chemieunterricht, also kein trockenes Thema“, sagt van Heek lachend.

Und dann gilt es, die Kinder und Jugendlichen, wenn sie in der Jugendfeuerwehr sind, nicht nur auszubilden, sondern auch zu motivieren. Das ist nicht immer nur einfach. „Bei der Feuerwehr müssen bestimmte Aktivitäten immer wiederholt werden. Ein Schlauch rollt sich aber immer gleich auf.“ Um das spannend zu gestalten, werden einfach mal ein paar Hindernisse aufgebaut. „Ab 15, 16 Jahren kommen die in ein Alter, in dem man versuchen muss, die beizuhalten“, sagt Andre van de Langenberg.

Die Älteren, ab 16 Jahren, dürfen zum Beispiel schon mal bei Übungen als Statisten dabei sein und erleben so hautnah, wie es im aktiven Dienst ist. Illusionen machen sich van Heek und van de Langenberg aber keine. „Ich sag’ mal so: Wenn man ein Drittel übrig behält. Die gehen heutzutage doch fast alle studieren“, sagt der stellvertretende Gemeindejugendfeuerwehrwart van de Langenberg.

Johannes bleibt der Wehr erhalten. Er ist im zweiten Ausbildungsjahr zum Elektriker, und auch wenn er in der A-Jugend beim TSV Weeze kickt, ist er doch voll und ganz Feuerwehrmann. Und er wirbt für sein Hobby bei Freunden. „Nur, die einen können kein Blut sehen, die anderen haben eh viele Termine“, nennt er Gründe für Absagen. „Klar kommen aber die meisten über Freunde zu uns, wenn die Spaß dran haben“, sagt van de Langenberg. Und mit Johannes und Luca hat die Jugendfeuerwehr zwei junge Leute, die das auch rüberbringen.