1. NRW
  2. Städte
  3. Emmerich

Isselburg: SPD auf Seiten der Abgrabungsgegner

Isselburg : SPD auf Seiten der Abgrabungsgegner

Bundestagskandidatin Ursula Schulte traf sich mit Vertretern von "Isselburg 21" zum Thema Kiesabbau.

Der Vertreter der Bürgerinitiative Isselburg 21 brachte es auf den Punkt: "Wenn wir hier erst mal ein Loch haben, ist eine weitere Vergrößerung der Abbaufläche kaum noch zu verhindern." Die Rede war vom geplanten Kiesabbaugebiet zwischen Dinxperlo und Suderwick. Wie berichtet, möchte die Niederrheinische Kies- und Sandbaggerei (NKSB) aus Rees hier gerne auskiesen.

Hier hat sich eine von den Beteiligten her ungewöhnliche Front gegen diese Abbaufläche gebildet: Die Städte Bocholt und Isselburg sind sich mit den Bürgerinitiativen Dinxperwick und Isselburg 21 darin einig, dass auch die inzwischen mit 45 Hektar nur noch halb so groß geplante Abbaufläche im Südosten Dinxperlos unerwünscht ist.

Nun hat die SPD-Kreistagsfraktion Borken die an diesem Widerstand Beteiligten Institutionen und Verwaltungsfachleute der Städte in die Gaststätte "Zum Pitt" nach Suderwick eingeladen, um auf den neuesten Stand zu kommen. Mit dabei: die Fraktionsvorsitzende der SPD und Bundestagskandidatin Ursula Schulte.

Die Situation wurde den Kreistagspolitikern als in der Tat fast schon bedrohlich für die westmünsterländische Parklandschaft geschildert. Inzwischen strecken bereits zahlreiche der 14 am Niederrhein seit Jahrzehnten tätigen Kiesabbaufirmen ihre Fühler ins Münsterland mit seinen mächtigen und qualitativ hochwertigen Kieslagerstätten aus.

Die Bedarfszahlen, die die Firmen der Bezirksregierung und dem Regionalrat vorgelegt haben, seien völlig unrealistisch, argumentieren die Abbaugegner: "Sie haben sich aus den Verkaufszahlen der Vergangenheit ergeben. Und die sind natürlich nicht unabhängig ermittelt." Rund 250 Hektar abbauwürdige Fläche sind nordöstlich der deutsch-niederländischen Doppelgemeinde ermittelt worden. Das Szenario für die Zukunft sei klar, so die Vertreter der Bürgerinitiativen: "Wenn wir die Firmen erst einmal machen lassen, haben wir Anwohner verloren. Dann ist es hier nichts mehr mit Lebensqualität für unsere Kinder."

Und die vier einigen Parteien im Streit um den Kiesabbau haben spätestens seit dieser Info-Veranstaltung einen weiteren Partner. Ursula Schulte wusste sich mit ihren Fraktionskollegen einig, als sie am Ende bilanzierte: "Wir müssen aufpassen, dass sich unser westliches Münsterland nicht nachhaltig verändert."

(RP)