Stadt Duisburg lässt Hochhäuser von "Altro Mondo" räumen

Immobilienverwalter „Altro Mondo“ : Stadt Duisburg lässt Hochhäuser räumen

Die Stadt Duisburg hat am Mittwochabend und am Donnerstagnachmittag drei Hochhäuser im Stadtteil Meiderich räumen lassen. Mindestens 46 Mieter stehen nun erst einmal auf der Straße. Verwalter ist die umstrittene Immobiliengesellschaft „Altro Mondo“.

Genau einen Monat nach der landesweiten Aktion „zur Aufdeckung von wohnungswirtschaftlichen Missständen in Beständen der DEGAG/Altro Mondo“ hat die Duisburger Stadtverwaltung am Mittwochabend zwei Hochhäuser des Immobilienverwalters an der Wetzlarer Straße in Meiderich räumen lassen. Das bestätigte eine Stadtsprecherin unserer Redaktion. Es habe Probleme mit dem Brandschutz gegeben.

Die Baukontrolleure und die Feuerwehr hätten demnach bei ihrem Ortstermin in beiden Gebäuden nicht geschottete Versorgungsschächte vorgefunden. „Das bedeutet: bei einem Brand in einer einzigen Wohnung könnte sich der giftige Rauch binnen Minuten im ganzen Gebäude ausbreiten“, erläuterte die Sprecherin.

Nachdem die Bauordnung der Stadt von besorgten Mietern informiert worden sei, dass in dem Gebäude wegen nicht bezahlter Stromrechnungen der Allgemeinstrom (Keller, Flure, Treppenhaus) abgestellt wurde, hätten deren Mitarbeiter umgehend einen Ortstermin veranlasst.

Insgesamt seien von der Maßnahme mindestens 46 Personen betroffen. Einige davon wollen bei Freunden und Verwandten unterkommen. 27 Personen hätten einen Unterbringungsbedarf angemeldet, teilte die Stadt mit. Alle Betroffenen seien in der Notunterkunft Memelstraße im Stadtteil Neudorf untergebracht worden.

Am Donnerstagnachmittag kam dann bei einer Nachkontrolle ein drittes Hochhaus an der selben Straße hinzu. Auch hier hatte es Probleme beim Brandschutz gegeben. Wie viele Bewohner hier betroffen sind, konnte die Stadt noch nicht mitteilen.

Die Duisburger Verwaltung hatte bereits im März diesen Jahres alle Besitzer von Hochhäusern im Stadtgebiet angeschrieben, um sie für das Thema Brandschutz zu sensibilisieren. Umso unverständlicher sei es, dass der Immobilienbesitzer augenscheinlich nicht tätig geworden sei, heißt es in einer am Nachmittag veröffentlichten Stellungnahme der Stadt. Die Leidtragenden der massiven brandschutztechnischen Versäumnisse seien nun die Mieter.

Bereits vor einem Monat waren im Zuge einer vom NRW-Bauministerium initiierten Aktion in Castrop-Rauxel, Dorsten, Dortmund, Duisburg, Hagen, Herne, Kamen, Lemgo, Oerlinghausen und Wuppertal etliche Häuser kontrolliert worden, die von „Altro Mondo“ verwaltet werden.

Wiederholt seien Missstände in Wohnungen der Deutschen Grundbesitz AG (DEGAG), die von der Altro Mondo verwaltet werden, negativ aufgefallen, hatte die Duisburger Stadtverwaltung damals mitgeteilt. In nahezu allen Städten habe es vergleichbare Herausforderungen in den entsprechenden Wohnungen gegeben: Defekte Aufzugsanlagen, defekte Heizungsanlagen/fehlende Warmwasserversorgung, Schimmelbefall und Abfallproblematik/Vermüllung.

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