1. NRW
  2. Städte
  3. Duisburg

Becher-Ausstellung mit Duisburg-Motiven in Düsseldorf-Kaiserswerth

Kultur-Tipp in Düsseldorf : Becher-Ausstellung mit Duisburg-Motiven

In Kaiserswerth sind auch Duisburger Ansichten des Fotografenpaares Hilla und Bernd Becher zu sehen. Der Eintritt zu der Ausstellung, die noch bis in den Dezember läuft, ist frei.

Verloren fast wirkt das in die Jahre gekommene Haus, das völlig allein auf dem Sternbuschweg 362 in der Stadtmitte steht. Die Nachbarbauten sind im 2. Weltkrieg zerbombt worden, wie so vieles in der Stadt, und noch ist der Platz links und rechts daneben leer.

Von 1972 stammt diese Ansicht in schwarz-weiß von Hilla und Bernd Becher, den beiden weit über das Ruhrgebiet hinaus bekannten Fotografen, die ihre Bekanntheit einer völlig systematischen Vorgehensweise verdanken. Sie haben sich Zeit ihres Künstlerlebens auf die Abbildung von Industrie- und Architekturfotografie konzentriert. In Duisburg, Bochum, Dortmund, im kompletten Ruhrgebiet.

Und das war neu zu ihrer Zeit, als die beiden Künstler Bernd und Hilla Becher, die sich vom Studium an der renommierten Kunstakademie Düsseldorf her kannten, mit ihrer Arbeit Ende der 60er Jahre des vorigen Jahrhunderts begannen. Ihre Motivwelt waren etwa Fördertürme, Hochöfen, Kühl- und Wassertürme aus dem Ruhrgebiet. Dabei hat das Paar nie in Duisburg gelebt.

  • Uwe Siemens inmitten seiner aktuellen Ausstellung
    Ausstellung in Duisburg : Künstler lässt Farben sprechen
  • Die Künstlerin Melanie Wiora lebt und
    „Liquide Landscape“ in Duisburg : Finissage der Ausstellung von Melanie Wiora im Kunstverein
  • „Cat Ballou“ hat sich längst in
    Freiluft-Veranstaltungen in Wipperfürth : Open Air mit „Cat Ballou“ und Bernd Stelter

Die derzeit laufende Ausstellung im eigens für die beiden eingerichteten Kunstarchiv Kaiserswerth zeugt von unglaublicher Präsenz und dem kühlen Blick auf morbiden Industriecharme. Das Paar, das sich als erstes überhaupt mit solchen Motiven beschäftigt und sie ganz in den Fokus seiner Arbeit gerückt hat, war aber nicht nur in Deutschland bekannt, sondern unternahm viele Reisen nach Amsterdam, Venedig, Göteborg, Paris, New York und Los Angeles.

Dass ganz nebenbei die Band Kraftwerk eines der Becher-Fotos für ihr erstes Plattenalbum verwendet hat, auf dem ein Umspannwerk zu sehen ist, zeugt davon, dass diese Motive die bekannteste Band für elektronische Musik ebenso fasziniert hat wie viele andere Betrachter. Die Band hat sich 1970 gegründet und gilt bis heute als Begründer der so genannten Düsseldorfer Schule für elektronische Musik. Zu der Zeit waren Hilla und Bernd Becher bereits fleißig mit ihren Kameras unterwegs. Und auch die Band Kraftwerk hat sich bewusst für den Namen entschieden, um die Bedeutung der Maschinen über die des Menschen zu stellen. Vielleicht eine Ähnlichkeit mit dem Werk des Fotokünstlerpaars Becher.

Ausgestellt wurden die Fotos und anderer Druckwerke der Bechers weltweit. So transportierten sie die Motivwelt des Ruhrgebiets in andere Kontinente. Ihr Sohn Max Becher hat das Archiv in Kaiserswerth als Ausstellungsstätte für seine Eltern installiert, hier finden wechselnde Schauen statt, die das breite Spektrum der beiden nachzeichnen.