Duisburg: Klavierfestival ab 2. Juni im Jüdischen Gemeindezentrum

Jüdisches Klavierfestival : Licht und Frieden durch Musik

Am 2. Juni beginnt im Jüdischen Gemeindezentrum erstmals das Jüdische Klavierfestival „Menorah“.

„Menorah“ heißt das kleine Festival nach dem siebenarmigen jüdischen Leuchter, der Licht und Frieden in die Welt bringt, in diesem Fall durch Musik. So erklärten es jetzt gegenüber der Presse der Geschäftsführer der Jüdischen Gemeinde Duisburg-Mülheim/Ruhr-Oberhausen, Alexander Drehmann, und als Kurator der Pianist Albert Mamriev, der in Moskau und Tel Aviv studierte, seit 18 Jahren in Deutschland lebt. Auf dem Programm stehen überwiegend Werke mehr oder weniger bekannter jüdischer Komponisten – nicht nur, wie Mamriev betonte, „Mendelssohn, Meyerbeer und Holocaust-Komponisten“, deren Werke in Deutschland schon relativ verbreitet sind, sondern auch noch zu entdeckende zeitgenössische  Meister aus Israel (die wiederum in vielen Fällen in Deutschland studiert haben). Sehr viel Wert wird darauf gelegt, dass auch Werke christlicher und moslemischer Komponisten erklingen.

Das erste Konzert am Sonntag, 2. Juni, beginnt um 16 Uhr, die drei weiteren Konzerte an den Folgetagen jeweils um 19 Uhr. Besonders attraktiv erscheint das Eröffnungskonzert. Da spielt zunächst Albert Mamriev selbst drei Werke von jeweils einem israelischen Komponisten, darunter den langsamen Satz aus dem Klavierkonzert von Ami Maayani (das der Pianist selbst in China uraufführte), außerdem die Barcarole a-Moll des russisch-jüdischen Spätromantikers Anton Rubinstein und das extrem schwierige „Scherzo de Bravoure“ des fast vergessenen französisch-jüdischen Meisters Charles Valentin Alkan.

Als Zugabe will Mamriev etwas von einem Komponisten aus der muslimisch geprägten russischen Teilrepublik Dagestan bringen – was genau, verriet er noch nicht. Im zweiten Teil spielt das französische Klavierduo Svetlana Eganian und Yolande Kuznetsov beliebte Werke von Edvard Grieg (die erste Suite aus „Peer Gynt“), Peter Tschaikowsky (Suite aus „Der Nussknacker“), Aram Khatschaturian (darunter der „Säbeltanz“) und George Gershwin („Kubanische Ouvertüre“).

Im zweiten Konzert am Montag, 3. Juni, 19 Uhr, spielt der aus der Ukraine stammende österreichische Pianist Pavel Kachnov hauptsächlich Werke von Franz Liszt. Am Dienstag, 4. Juni, gibt es zunächst um 11 Uhr das Vorspiel einer Meisterklasse vor einer internationalen Jury.

Das dritte Konzert, ebenfalls am 4. Juni, um 19 Uhr beginnt dann mit dem russischen Pianisten Yuri Bogdanov und Werken von Johann Sebastian Bach (Partita Nr. 6 e-Moll) und Felix Mendelssohn (Rondo capriccioso). Nach der Pause bringt das italienische Duo Cesare Chiacchiaretta (Bandoneon) und Filippo Arlia (Klavier) dann vor allem Musik von Astor Piazzolla.

Das vierte Konzert am Mittwoch, 5. Juni, lässt auf den Pianisten Giuliano Adorno aus Italien mit einem Programm „Around Gershwin“  den Folkwang-Cello-Professor Alexander Hülshoff und den Kölner Klavier-Professor Alexander Fröhlich folgen. Sie spielen an diesem Abend Werke von Claude Debussy (Sonate d-Moll), Ernest Bloch („From Jewish Life“), Robert Schumann (Adagio und Allegro op. 70) und José Bragato („Milontan“ und „Graciela y Buenos Aires“). Das Konzert beginnt um 19 Uhr.