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Gebag setzt in Duisburg auf nachhaltige Projekte

Rundfahrt : Gebag setzt auf nachhaltige Projekte

Die städtische Wohnungsbaugesellschaft stellte jetzt vier ihrer Projekte in Hochfeld, Wanheimerort, Wedau und im Dellviertel vor. Dabei geht es vor allem die Umnutzung früherer Brachflächen.

Die Gebag hat sich für die kommenden Jahre viel vorgenommen. Riesen-Projekte wie „6-Seen-Wedau“ oder das Mercatorquartier sind in aller Munde – schließlich geht es dabei um große Flächen und Tausende Wohnungen oder Häuser. Aber auch eine Nummer kleiner gibt es einige Objekte, die die Stadtentwicklung und den Strukturwandel in Duisburg bereichern können. Dass dabei auch der zurzeit häufig schon überstrapazierte Begriff der „Nachhaltigkeit“ eine entscheidende Rolle spielt, zeigten jetzt die Gebag-Projektleiter Kornelia Hofmann-Bonk und Raphael Pauli. Sie hatten - wie berichtet - Interessierte zu einer kleinen Busreise zu ausgesuchten Projekten eingeladen. Und um diese Flächen ging es:


Kabelwerk Theisen
Das Gelände an der Musfeldstraße ist mit rund 28.000 Quadratmetern in etwa so groß wie das Mercatorquartier. Da es mitten in einer Wohngegend liegt, ist es naheliegend, nun künftig auch für eine Wohnbebauung nutzbar zu machen. „Eine ganz so hohe Verdichtung wie im Mercatorquartier mit den geplanten 300 Wohneinheiten wird es hier nicht geben“, so Raphael Pauli. Etwa 150 bis 200 Wohneinheiten sollen hier entstehen. „Die Nachhaltigkeit bei dieser Umnutzung liegt auf der Hand: Wir verschwenden für eine Neubebauung weder vorhandene Grünflächen noch werden zusätzliche Flächen versiegelt“, erläutert der Projektleiter der Gebag. Zudem können schon vorhandene Erschließungen wie das Kanalnetz oder ein Fernwärmeanschluss genutzt werden. Die Gebag hatte das Kabelwerk nebst einigen benachbarten Flächen gekauft, um es nun als Ganzes zu entwickeln.

Das Kesselhaus auf dem Gelände Wedau-Nord. Foto: Mike Michel

Ein Wettbewerb soll die weitere Erschließung, Entwicklung und Bebauung festlegen. Dabei soll es auch um innovative Wohnformen wie zum Beispiel das Mehrgenerationenwohnen gehen. Vorgänger der Kabelwerke im 19. Jahrhundert war übrigens ein großer Schlachthof, der einst einer der modernsten in ganz Europa gewesen sein soll. Erhalten bleiben sollen die zwei Backsteingebäude am Eingang des früheren Werksgeländes und eine denkmalgeschützte Halle, die in die künftige Bebauung integriert werden soll. Mit einem fertigen Bebauungsplan wird hier aber wohl nicht vor Ende 2020 gerechnet.
Wohnbebauung Forststraße
Hier hat die Gebag einen Komplex mit 55 barrierefreien Wohnungen errichtet, davon allein 16 Single-Wohnungen mit 47 Quadratmetern Wohnfläche und 20 Wohnungen für jeweils zwei Personen. Die Liegendaufzüge erlauben sowohl das Fahrrad komfortabel in den Keller zu bringen als auch Krankentransporte. „Das Haus war im Februar fertig und sofort vollvermietet“, sagt Hofmann-Bonk. Die 48 von der öffentlichen Hand finanzierten Wohnungen kosten 5,55 Euro an Kaltmiete, die frei finanzierten 8,50 pro Quadratmeter.

Die früheren Kabelwerke Theisen an der Musfeldstraße sollen einem neuen Wohnquartier mit 150 bis 200 Wohneinhieten weichen. Foto: Mike Michel


Wedau-Nord
Im ehemaligen Ausbesserungswerk der Bahn entsteht ein Universitäts- und Technologiestandort, der die zum Teil denkmalgeschützten Gebäude mit einbezieht. Rund um das Ensemble mit der Feuerwache, Verwaltungsgebäude, dem Kesselhaus und der großen Werkshalle entstehen auf rund 30.000 Quadratmetern ganz neue Nutzungen für die Universität und Startup-Unternehmen im Technologiebereich. Die Gebag wird die Gebäude langfristig an die Universität vermieten. Auch soll ein neues Blockheizkraftwerk entstehen.


Duisburger Freiheit
Während die anderen Projekte vergleichsweise kurz vor dem Start stehen, ist auf dem ehemaligen Güterbahnhofsgelände nach dem Aus für MultiCasa, dem Möbelhaus und dem Designer Outlet Center Geduld gefragt. Pauli sagt aber auch: „Das ist für Duisburg eine große Chance.“