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Schloss Kalkum in Düsseldorf ist für ein Fotoinstitut ungeeignet

Kulturgüter in Düsseldorf : Fotoinstitut soll nicht ins Schloss

Das historische Bauwerk ist zu weit von anderen kulturellen Einrichtungen entfernt. Damit ist die Zukunft des Schlosses weiterhin offen. Die Bürger fordern jetzt aber Antworten, wie es mit der denkmalgeschützten Anlage weitergehen soll.

Schloss Kalkum kommt nicht für die Errichtung des Deutschen Fotoinstituts infrage. Das teilte die Verwaltung nun der Bezirksvertretung 5 mit. Die Idee dazu hatte der Bund Deutscher Architekten (BDA) ins Spiel gebracht. Die Lage am Stadtrand würde aber gegen den Standort sprechen, so die Verwaltung. Auch böte der Ort selbst keinen Bezug zum Thema Fotografie und auch keine sinnvolle Ergänzung zu anderen kulturellen oder musealen Institutionen. „Zudem ist das Schloss stark sanierungsbedürftig. Insbesondere die Feuchtigkeit im Gemäuer ist für die Ausstellung und Lagerung von empfindlichen Fotografien kontraproduktiv“, sagt die Verwaltung. Die Bezirksvertretung hatte diese Alternative prüfen lassen, da noch immer kein schlüssiges Konzept für die Nutzung des Schlosses vorliegt.

Die Situation bleibt damit weiterhin unbefriedigend. Denn auch nach dem Verkauf von Schloss Kalkum an den Investor Peter Thunnissen ist die Zukunft der unter Denkmalschutz stehenden Anlage weiterhin offen. Der zuständige Bau- und Liegenschaftsbetrieb (BLB) möchte sich nicht dazu äußern, ob die Immobilie nach mehr als fünf Monaten endlich an den Käufer übergeben wurde oder warum dies noch nicht erfolgt ist. Von dort heißt es lediglich, dass man sich aus Gründen der Verschwiegenheitspflicht nicht zu den Vertragsdetails äußern kann.

Dass es über eine so wichtige Immobilie für die Öffentlichkeit aber keine Informationen gibt, findet der Kulturkreis Kalkum nicht richtig. Er hat deshalb einen offenen Brief unter anderem an den Finanzminister von NRW, den BLB und die Landtagsabgeordneten Olaf Lehne (CDU) und Markus Weske (SPD) gerichtet. „Die Kalkumer Bürger fühlen sich unzureichend unterrichtet und in ihren Belangen nicht genug gehört. Es wäre hilfreich, wenn hier von Seiten aller Beteiligten die nötigen Informationen offengelegt würden, um den Unmut und die Verdrossenheit der Kalkumer Bürger mit dem Schlossverkauf und den Planungen für die zukünftige Nutzung abzubauen“, heißt es in dem Schreiben.

Der Kulturkreis möchte etwa Fragen beantwortet haben wie: Ist eine gerichtliche Auseinandersetzung zu befürchten? Warum wurden die im vergangenen Jahr plötzlich unterbrochenen Sanierungsarbeiten jetzt wieder aufgenommen? Ist ein Übergabetermin für Schloss und Park in Sicht? Hat der Käufer das Recht, auch noch zu einem späteren Zeitpunkt vom Kaufvertrag zurückzutreten? Bislang hat der Kulturkreis aber noch keine Antworten erhalten, obwohl er das Schreiben bereits Mitte Mai verschickt hat. Markus Weske hat nun angeboten, als Abgeordneter diese Fragen auch über das Parlament mittels einer „Kleinen Anfrage“ zu stellen.