Kunst in Düsseldorf Kunstausstellung im alten Kiosk in Unterrath

Düsseldorf · In einem alten Büdchen an der Kalkumer Straße präsentieren zwei Künstlerinnen nun ihre Arbeiten, darunter Aquarelle und Fotografien. Die Werke können alle erworben werden. Die Preise starten bei 3 Euro.

Sabine Märker und Monika Waller (v.l.) war es wichtig, den Charme des alten Kiosks zu bewahren. Das Verkaufsfenster blieb deshalb erhalten.

Sabine Märker und Monika Waller (v.l.) war es wichtig, den Charme des alten Kiosks zu bewahren. Das Verkaufsfenster blieb deshalb erhalten.

Foto: Julia Brabeck

Jahrzehntelang war der Kiosk an der Kalkumer Straße 45 eine Anlaufstelle für den Kauf von Tabakwaren, Getränken und Süßtüten. Und obwohl der Laden mehrere Jahre leer stand und inzwischen eine neue Nutzung erhalten hat, kommen immer noch Büdchen-Kunden. „Jemand wollte hier Zigaretten kaufen und wir wurden auch schon für einen Grill gehalten“, sagt Sabine Märker und lacht.

Gemeinsam mit ihrer langjährigen Freundin Monika Waller hat sie vor zwei Jahren den Kiosk angemietet und den 40 Quadratmeter großen Raum in ein Atelier und Ausstellungsraum verwandelt. „Kunst im Kiosk“ steht nun groß über der Tür und das Schild „Komm’se rein“ lädt Besucher ein, sich die ausgestellten Werke anzuschauen, mit den beiden Künstlerinnen ins Gespräch zu kommen und ihnen bei der Arbeit über die Schulter zu schauen.

Kennengelernt haben sich die beiden Frauen bei der Arbeit im Unterrather Haus St. Josef, in dem Menschen mit Mehrfachbehinderungen betreut werden. „Dort waren wir schon kreativ tätig“, sagt Monika Waller. Sie hat Kunst studiert und ist zudem Kunsttherapeutin. Von ihr stammen die zahlreichen Holzschnitte, Aquarelle und Malereien. Themen sind alltägliche Situation, oft karikaturistisch interpretiert, „die Raum für die Anmutung des Betrachters lassen“ und diesen oft zum Schmunzeln bringen. Die Holzschnitte zeigen zudem oft Tiere und Pflanzen in ornamentaler Form.

Die vielfältigen Fotografien wiederum hat Sabine Märker geschaffen. Sie hat auf Lehramt studiert und zudem eine Zusatzausbildung zur Theaterpädagogin. Das Fotografieren hat sie sich selber beigebracht, ihr ständiger Begleiter ist seit einigen Jahren die Kamera. Bewusst auf Motivsuche geht sie allerdings nicht, dafür hat Märker einen geschärften Blick für ihre Umwelt, einen anderen Blick auf Dinge. „Entscheidend ist dabei der ganz spontane Eindruck, die Emotion, die der jeweilige Anblick in diesem Moment bei mir hervorruft“, sagt Märker. Sie verzichte vollständig auf das Arrangieren von Motiven und auf die Nachbearbeitung der Fotos. Diese entstehen zum Teil auf den vielen weltweiten Reisen der Künstlerin. Sie nimmt gerne Dinge auf, die dem Verfall preisgegeben sind, einen morbiden Charme haben. Das können zum Beispiel Graffiti sein, die sich von der Wand lösen oder rostende Zapfsäulen und Telefonzellen.

Vielfach haben die beiden gemeinsam Ausstellungen gestaltet. Dann kam der Wunsch auf, die Fotografien und Bilder auch dauerhaft zu präsentieren. Als Monika Waller, die in Unterrath lebt, den leerstehenden Kiosk entdeckte, war ziemlich schnell klar, dass der Raum zum Konzept passen würde. Allerdings war es den Frauen wichtig, den ursprünglichen Charme der 1950er-Jahre zu erhalten. So musste das Kioskfenster mit den alten Werbeaufdrucken unbedingt erhalten bleiben.

„Wir denken ähnlich und gestalten immer wieder ein ähnliches Motiv, ohne uns abgesprochen zu haben“, sagt Waller. „Wir befruchten uns gegenseitig, aber weil wir unterschiedlich arbeiten, machen wir uns keine Konkurrenz“, ergänzt Märker, und ihre Freundin nickt dazu. Die Werke der Künstlerinnen können erworben werden. Die Postkarten – liebevoll von Waller gestaltete Aquarelle oder Fotos von Märker zu jedem Anlass – sind Unikate und kosten nur 3 Euro. Größere Format gibt es zwischen 15 und 250 Euro.

„Wir müssen nicht von unserer Kunst leben. Das ist ein riesiger Vorteil. Wir nehmen bewusst einen kleinen Preis, denn uns ist es lieber, dass die Werke unter die Leute kommen, irgendwo hängen und nicht in einer Schublade herumliegen“, betont Waller. Sie fertigt auch Auftragsarbeiten an, erstellt beispielsweise Bilder von Hunden oder Familienporträts. „Inzwischen haben wir schon einige Stammkunden“, sagt Märker.

Die beiden Künstlerinnen wollen aber auch den alten Kiosk zu einem kleinen Kulturraum machen. Eine Lesung hat bereits stattgefunden, Workshops sind in der Planung. Und im nächsten Jahr wollen sie zudem wieder eine Ausstellung im Ballhaus im Nordpark gestalten.

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