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Leverkusen: Rheindorfer „Kurven“-Diskussion um acht Parkplätze

Bezirksvertretung I : Rheindorfer „Kurven“-Diskussion um acht Parkplätze

Das Stellplatzangebot am Rheindorfer Bahnhof beschäftigte die Bezirksvertretung I lange und heftig. Vor allem ging es um die Flächen in der großen Kurve auf der Zufahrt. Politiker outeten sich als Ex-Busfaher.

Das Parkplatzangebot am S-Bahnhof Rheindorf ist zu klein. Auf politischen Beschluss (November 2018) wurden in einer Kurve der Zufahrtsstraße acht Parkplätze eingerichtet. Seither kommt es zu gefährlichen Situationen, speziell wenn sich zwei Linienbusse begegnen. Auf Anordnung der Bezirksregierung Köln muss die Stadt fast alle neuen Parkplätze beseitigen. Dies stieß in der Bezirksvertretung I bei der CDU-Fraktion auf massive Kritik. Vor allem Rüdiger Scholz hatte sich schon im Vorfeld der Sitzung beklagt (wir berichteten).

Die Lage: In normalen Zeiten sind ab 8 Uhr alle 106 Stellflächen belegt. Wer später kommt, parkt in der nahen Siedlung. Zur grundsätzlichen Verbesserung des Parkangebotes sollen rund 70 weitere Stellplätze entstehen. Wann dies geschieht, ist offen. Die Genehmigungsvoraussetzungen liegen laut Stadt noch nicht vor. Auch deshalb fordert die CDU, kurzfristig jeden irgendwie zu schaffenden Interims-Stellplatz anzulegen.

So wurde mit einer Liebe und Intensität, über die nur Politiker des Bezirks I verfügen, am Montag um den Erhalt der acht Kurven-Stellplätze gekämpft. Rüdiger Scholz und Horst Müller (Bürgerliste) outeten sich gar als ehemalige LKW-Fahrer, um ihre Kompetenz für Fahrten mit bis zu 18 Meter langen Bussen zu untermauern. Für Busfahrer sei die Fahrt zum Bahnhof unproblematisch, argumentierte Scholz: „Nur wenn sich zwei Alpha-Busfahrer begegnen, kann es eng werden.“ Müller (heute Taxifahrer) fragte dagegen: „Warum müssen aber ausgerechnet im Scheitelpunkt der Kurve, wo es für lange Fahrzeuge schwierig wird, Autos abgestellt werden?“

Der städtische Fachbereichsleiter (Bürger und Straßenverkehr) Friedhelm Laufs erinnerte: Bei einem Fahrtest habe ein Wupsi-Fahrlehrer die Gefährlichkeit der verengten Kurve (seit Installation der neuen Parkplätze) bewiesen. Für die Verkehrssicherheit müssten fünf der acht Parkplätzen entfernt werden.

Interessant ist das ausführliche Schreiben von Nicole Beißel (Bezirksregierung) dazu. Busse aus Richtung Solinger Straße müssten wegen der am Rand geparkten Fahrzeuge auf die Gegenfahrbahn ausweichen. Deshalb komme es zu abrupten Bremsmanövern der Fahrer, die den Gegenverkehr zu spät einsehen könnten, hieß es nach einem Ortstermin.

In Beißels Analyse werden zudem die Planer der Zufahrt (Bau um 1990) kritisiert. Bei Straßen mit hoher Busfrequenz gelte eine Mindestbreite von 7,50 Meter. Tatsächlich sind es am Bahnhof 6,50 Meter. Für die Kurven ist die Differenz zu den Vorschriften noch größer: Gefordert werden 11,50 Meter, vorhanden sind acht Meter. So sei verständlich, warum die Busfahrer über die Gegenspur oder die Bordsteinkante fahren. Selbst wenn die „neuen“ Parkplätze entfernt werden, sei die Fahrbahn noch zu schmal. Für Verkehrssicherheit müssten die Parkplätze eben weg.

Da halfen auch die Einwände der CDU nichts. Scholz forderte aber eine verbindliche Aussage von der Stadt, wann die P & R-Anlage (erste Anträge 2011) gebaut wird. Am Ende der langen „Kurven“-Diskussion zeigten sich die Bezirksvertreter froh, dass möglicherweise drei Parkplätze gerettet werden.