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Saks Off 5th: Outlet-Kette entlässt alle Mitarbeiter in Düsseldorf

Aus für Edel-Outlet-Kette : Saks Off 5th entlässt alle Mitarbeiter in Düsseldorf

Das Edel-Outlet Saks Off 5th war mit großen Plänen in Deutschland gestartet. Jetzt ist der kanadische Eigentümer gescheitert, das Geschäft hierzulande ist ein großer Flop. In Düsseldorf wurde offenbar allen Mitarbeitern gekündigt, das Haus schließt.

Was hatten die Verantwortlichen des kanadischen Handelskonzerns Hudson’s Bay doch für tolle Pläne im April 2017. Damals marschierten sie durch die Erdgeschoss-Baustelle des Düsselforfer Carschhauses und verkündeten der mehr oder minder beeindruckten Öffentlichkeit, dass dort zwei Monate später die erste Europa-Filiale des Edel-Outlets Saks Off 5th entstehen sollte.

Fast 4000 Quadratmeter mit Markenartikeln in Selbstbedienung deutlich unter den üblichen Preisen. Das Offprice-Angebot sollte die Deko-Abteilung im Carschhaus beflügeln und das Geschäft der großen Galeria-Kaufhof-Filiale an der benachbarten Kö obendrein. Die Hudson’s-Macher hatten schon den Nachbarmarkt in den Niederlanden im Kopf und träumten vom großen Durchbruch in Europa für das Outlet aus Nordamerika.

24 Monate später sind die hochfliegenden Pläne zumindest in Deutschland geplatzt. Angeblich sollen alle Saks-Off-5th-Filialen in Deutschland geschlossen werden. In einige davon könnte Karstadt Sports einziehen, das gerade sein bisheriges Bündnis mit Intersport beendet hat.

Und die Belegschaft? Nach Angaben des Fachmagazins „Textilwirtschaft“ hat die Kette allen Mitarbeitern ihrer Düsseldorfer Filiale betriebsbedingt gekündigt. Das Magazin beruft sich auf die Gewerkschaft Verdi. Die Arbeitsverhältnisse seien zum 30. Juni gekündigt worden, einige der rund 30 Mitarbeiter treffe es wegen ihrer langen Betriebszugehörigkeit etwas später.

Verdi kritisierte, dass es für die Beschäftigten in der Landeshauptstadt keine neue Lösung gebe. „Viele von ihnen waren seit 15 Jahren oder mehr bei Galeria Kaufhof beschäftigt, bevor sie zum Schwesterunternehmen Saks Off 5th gewechselt waren“, so eine Sprecherin. Das Unternehmen habe den Betroffenen statt einer Abfindung eine geringere freiwillige Zahlung angeboten. Einige Mitarbeiter hätten dagegen geklagt.

An den Standorten Frankfurt, Bonn, Heidelberg und Wiesbaden haben Mitarbeiter laut Verdi Angebote für eine neue Beschäftigung bekommen. Aber das ändert nichts am Scheitern von Saks Off 5th. Während das traditionsreiche Carschhaus nach den Plänen des Karstadt-Investors René Benko zu einem Kaufhaus des Westens (KaDeWe) umgebaut werden soll, sind die Kanadier auf ganzer Linie gescheitert.

Vor dreieinhalb Jahren haben sie Galeria Kaufhof von der Metro übernommen. In dieser Zeit haben sie den nicht übermäßig erfolgreichen Warenhaus-Betreiber so in Not gebracht, dass sie kaum noch eine andere Wahl hatten als die Zwangsverheiratung mit Karstadt.

Und womöglich, so heißt es in der Branche, seien die bisherigen Kaufhof-Eigentümer auch vom neuen Partner dazu gedrängt worden, Saks Off 5th aufzugeben. Erstens, weil Karstadt Sport ausgebaut werden soll, zweitens, weil der ehemalige Rivale aus Essen über das Konzept „Look&Viel“ bereits Sonderposten auf Flächen innerhalb der Warenhäuser anbietet.

Für Hudson’s Bay jedenfalls ist das Europa-Geschäft immer mehr zum Flop geworden. Bei Galeria Kaufhof lief das Geschäft im Laufe der Zeit immer schlechter, es gab Ärger mit den Warenkreditversicherern, bei Huson’s Bay selbst türmten sich die Verluste. Und die deutsche Belegschaft reagierte zunehmend mit Unmut. „Wir waren profitabel – bis die Kanadier kamen. Die haben uns kaputt gespart,“ sagte Kaufhof-Gesamtbetriebsratschef Peter Zysik im Dezember, als die Abbaupläne konkreter wurden.

An der neuen Warenhausgesellschaft halten die Kanadier zwar 49,9 Prozent der Anteile, aber die Kommunikation läuft offensichtlich allein über das Karstadt-Management unter Führung des Vorstandsvorsitzenden Stephan Fanderl. Das soll zwischen den Bündnispartnern sogar vertraglich festgehalten worden sein. Hudson’s Bay begnügt sich offenbar nur allzu gern mit der Rolle des Juniorpartners, der keine operative Verantwortung mehr tragen muss.

Und kann gleichzeitig als Miteigentümer von Immobilien noch davon profitieren, wenn der Umbau des Warenhauskonzerns zu mehr kleineren Häusern mit mehr Untermietern gelingen sollte. Das würde den Kaufhof-Mitarbeitern, die ihren Job verlieren, wohl erst recht sauer aufstoßen.