Borussia Mönchengladbach: Breel Embolo soll gegen Schalke wie Marco Reus gegen seinen Ex-Klub treffen

Borusse trifft auf Ex-Klub : Embolo soll es gegen Schalke wie Reus machen

Auf Schalke hofft Borussia, dass Breel Embolo das gelingt, was Marco Reus ständig gegen Gladbach macht: dem Ex-Klub wehtun. Der BVB-Kapitän traf in zwölf Spielen zehnmal gegen die Fohlenelf.

Breel Embolo hat sich schon viele Gedanken gemacht, wie es sein würde, wenn er am Freitag beim Spiel auf Schalke an seine alte Wirkungsstätte zurückkehren wird. „Ich weiß aber nicht, was da auf mich zukommt und wie ich aufgenommen werde“, sagte Embolo im Gespräch mit unserer Redaktion, betonte jedoch: „Aber das ist auch nicht wichtig, es geht um drei Punkte, die will ich. Es wird über diese 90 Minuten keine Freundschaft geben und da ist es mir auch egal, ob ich ausgepfiffen werde.“

Wie der Empfang für den Stürmer, der von 2016 bis 2019 für Schalke spielte, sein wird, wird sich zeigen. Sicher ist, dass es das erste Mal für ihn so sein würde, dass die Gelsenkirchener Zuschauer ihm nicht zujubeln, sollte er einen Treffer für seinen Arbeitgeber erzielen. Ob Embolo selbst jubeln wird oder aus Respekt vor den Schalkern, die er im Frieden verlassen hat, auf eine Feier­arie verzichten wird, weiß er selbst noch nicht, das lässt er ebenso auf sich zukommen wie die Reaktion der Schalker Anhänger, wenn Embolos Name in der Arena durchgesagt wird.

Wenn es nach Borussia geht, wird sich der Schweizer Nationalspieler am Freitagabend unbeliebt machen – und zwar mit Toren für Borussia. „Nun kommt er zurück nach Schalke, wo ihn die Fans auch gemocht haben, deswegen befürchte ich nicht, dass da was auf ihn zukommt“, sagt Sportdirektor Max Eberl. „Und nun hofft man natürlich auch, falls er spielt, dass solche Geschichten dann auf unserer Seite sind, dass ein Spieler, der zu uns kommt, seinem alten Verein mal wehtut. Wir kennen das ja bei Marco Reus leider hinreichend.“

Der Kapitän von Borussia Dortmund traf seit seinem Weggang aus Gladbach zehnmal in zwölf Pflichtspielen gegen seinen Ex-Klub. Embolo soll zumindest in seinem zweiten Spiel gegen Schalke – am ersten Spieltag blieb er in 77 Einsatzminuten torlos – auf eine ähnliche Bilanz hinarbeiten.

Möglich ist das durchaus, denn Embolo präsentiert sich bei Borussia wie ausgewechselt, ist dazu jetzt schon torgefährlicher als er es auf Schalke jemals war. Sechs Treffer hat der 22-Jährige in dieser Saison in der Bundesliga erzielt, auf Schalke waren fünf Tore seine beste Marke. „Breel hatte eine unglückliche Zeit auf Schalke wegen seiner dramatischen Verletzungen. Wegen dieser Unfälle konnte er seine Leistungen nicht zeigen“, sagt Eberl. „Wir haben dann mit ihm gesprochen, ob er sich vorstellen kann, zu uns zu wechseln und auf Geld zu verzichten. Wir waren überzeugt von diesem Wechsel, und das erste halbe Jahr hat gezeigt, dass Breel jetzt wieder in den Rhythmus kommt. Man sieht seine großen Stärken mit der Körperlichkeit, seiner Präsenz, außerdem ist er torgefährlich und macht für die Mannschaft wichtige Dinge. Aber er ist definitiv noch nicht am Ende.“

Dass Embolo das Optimum aus sich herausholt, dafür will Trainer Marco Rose sorgen. Der 42-Jährige ist begeistert vom Stürmer, den Eberl im Sommer für zehn Millionen Euro von Schalke an den Niederrhein lotste. „Breel ist ein Pfundskerl. Es macht richtig Spaß, wenn dieser Koloss einen anlächelt, mit ihm zu arbeiten und zu reden. Ein ganz feiner Mensch, sensibel, absoluter Teamplayer, aber auch mit klaren, ambitionierten Vorstellungen“, sagt Rose. „Er hat eine unglaubliche Qualität, aber noch viel Luft nach oben. Breel besitzt eine richtig starke Technik für seinen Körper, hat eine unglaubliche Dynamik. Bei ihm geht es vor allem darum, alles auf den Punkt zu bringen, richtige Entscheidungen zu treffen. Daran arbeiten wir. Da kann man sich freuen, da wird noch einiges bei ihm vorangehen in den nächsten Jahren.“ Auf Schalke hofft man, dass es Freitag noch nicht so weit sein wird.