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Borussia Mönchengladbach: So sieht der Notfall-Plan von Raffael aus

Falls Borussia ihm keinen neuen Vertrag gibt : So sieht Raffaels Notfall-Plan aus

Raffael will bei Borussia bleiben, sollte das aber nicht klappen, wird er weitermachen – es muss aber ein Klub in Deutschland sein.

Im Trainingslager in Spanien fühlte man sich teilweise in alte Zeiten versetzt. Mit einem feinen Lupfer über den grätschenden Matthias Ginter setzte sich Raffael in einer Trainingseinheit durch, im Testspiel gegen Heracles Almelo tunnelte der Brasilianer seinen Gegenspieler mit der Sohle. Technisch hat der 34-Jährige nichts verlernt – doch körperlich, das hat das Trainingslager auch gezeigt, reicht es nicht mehr, um eine noch wichtigere Rolle unter Trainer Marco Rose zu spielen.

In der Hinrunde kam Raffael auf acht Einsätze als Joker, insgesamt stand er nur 113 Minuten auf dem Platz. Im großen Ganzen deutet das nicht darauf hin, dass er noch wertvoll für Borussia ist, doch Raffael hat gezeigt, dass er besondere Dinge auch in kurzer Zeit bewerkstelligen kann. Wie beim 2:1-Treffer gegen Bayern München, als er den Angriff zum Elfmeter mit seiner feinen Technik einleitete. „Ich bin noch immer in der Lage, der Mannschaft zu helfen. Und ich gebe alles dafür, damit ich auch weiterhin die Gelegenheit dazu bekomme“, sagte der „Maestro“ im Gespräch mit unserer Redaktion.

Seine wenigen Einsatzzeiten „seien okay“ für ihn, Unzufriedenheit kommt beim Offensivmann, der insgesamt für Borussia in 198 Pflichtspielen 71 Tore erzielte und 35 Treffer vorbereitete, nicht auf. Er ist anders als viele andere Profis, die um jeden Preis zu Einsatzzeiten kommen wollen. Raffael ist genügsam geworden in dieser Hinsicht, aber höchst motiviert, wenn es darum geht, weiterhin für Höhepunkte im Spiel zu sorgen. Dass er das machen kann, ist auch die Hoffnung für ihn, nochmals einen neuen Vertrag in Gladbach zu bekommen.

Bis Sommer ist Raffael aktuell an Borussia gebunden. „Ich will auch weiter hier bleiben, aber das entscheide nicht nur ich“, sagte der Fußballkünstler. Und wenn Gladbach einen neuen Vertrag ablehnen sollte? „Dann gehe ich woanders hin, ich will noch zwei Jahre spielen. Aber auf jeden Fall in Deutschland“, sagte Raffael. Selbst die großen Gehälter in den Emiraten oder China würden ihn nicht aus dem Land bewegen können. Ob er auch in die Zweite oder sogar Dritte Liga gehen würde, weiß er noch nicht.

Im besten Fall ist dieser Notfall-Plan auch nicht nötig. Rose und Sportdirektor Max Eberl schwärmen nach wie vor von den Fähigkeiten Raffaels. Es ist auch eine Besonderheit, in den letzten Minuten eines Spiels einen solchen Akteur nochmal einwechseln zu können. Sportliche Gründe, um weiter mit Raffael zu arbeiten, gibt es noch – ob die reichen, wird Borussia im Laufe des nächsten Halbjahres entscheiden. „Es muss sportlich für alle Beteiligten Sinn machen. Alles andere können wir uns nicht leisten und es würde einem Spieler wie Raffael auch gar nicht gerecht werden, ihm einfach einen Vertrag zu geben, um zu sagen ‚Mach doch noch ein Jahr‘. Unsere Plätze im Kader sind rar und jeder Platz muss Sinn machen“, sagt Eberl.