Kommentar. Freiwilliges Soziales Jahr muss attraktiver werden

Kommentar zur Debatte um Dienstpflicht : Soziales Jahr attraktiver machen

Die CDU-Generalsekretärin hat eine Debatte über eine „allgemeine Dienstpflicht“ angestoßen. Während Teile der Union gerne den Wehrdienst wiederhätten, sehen Experten hohe rechtliche Hürden. Gesellschaftlich könnte ein solches Jahr sinnvoll sein. Verpflichtend sollte es nicht sein.

Endlich eine sinnvolle Sommerdebatte. Der Vorstoß von Annegret Kramp-Karrenbauer über ein verpflichtendes Dienstjahr lohnt eine Betrachtung. Denn die Polarisierung in der Flüchtlingspolitik, die Verrohung der Sprache, die drohenden Verteilungskämpfe zwischen Jung und Alt, In- und Ausländern sowie die Vereinzelung in einer digitalen Welt haben den Kitt einer Gesellschaft, Gemeinsinn und gesellschaftliche Solidarität, bröckeln lassen. Ein Attraktivitätsprogamm für ein erweitertes soziales Jahr kann durchaus hilfreich sein. Die Zeit haben junge Schulabgänger dafür. Studium und Job kommen noch früh genug.

Eine Rückkehr zur allgemeinen Wehrpflicht wäre indes der falsche Weg, die Bundeswehr braucht zusehends hochspezialisierte Leute. Über eine Dienstpflicht bekommt man sie nicht. Aber ein erweitertes Dienstjahr für junge Menschen in sozialen Branchen, bei der Feuerwehr oder beim THW, bei Polizei oder militärischen Vorfeldorganisationen kann interessant sein und die Bindung der Menschen zu ihrem Land und zur Gemeinschaft stärken. Die Politik sollte deshalb die Anreize für ein solches Jahr, etwa durch Bonuspunkte bei Rente oder Sozialversicherungen, nach oben setzen. Verpflichtend sollte es aber nicht sein.

(brö)