Xanten-Birten: Freie Fahrt über den Heesweg

Straßensanierung in Xanten-Birten : Heesweg – schneller fertig als geplant

Die Straße in Birten wurde saniert, barrierefrei ausgebaut und verkehrsberuhigt. Bürgermeister Görtz wundert sich über Kritik von Anwohnern.

Wenn die Straße nicht direkt von der Bundesstraße nach Birten führen würde, wären die Bauarbeiten wahrscheinlich geräuschlos abgelaufen. Aber viele Menschen fahren über den Heesweg in die Xantener Ortschaft, und während das Stück zwischen B 57 und Römerstraße neu gemacht wurde, mussten sie eine Umleitung nehmen, was wiederum Anwohner ärgerte (wir berichteten).

Die Arbeiten gingen zu langsam voran, beklagte sich zum Beispiel Hermann Janßen – zum Erstaunen von Bürgermeister Thomas Görtz. Gerade der Heesweg sei ein Musterbeispiel dafür, wie schnell eine Straße saniert werden könne, sagte er am Mittwoch. Mit Bürgern und Vertretern der Verwaltung radelte Görtz zu aktuellen Bauprojekten der Stadt.

Die mehrere Kilometer lange Rundfahrt stand unter der Überschrift: „Was passiert eigentlich mit meinen Steuern?“ Die Tour begann am Feuerwehrgerätehaus in Birten, das für rund 500.000 Euro modernisiert und erweitert worden ist. Bis zum Schulzentrum und Kurpark radelten der Bürgermeister und die Bürger anschließend. Am Heesweg legten sie einen Zwischenstopp ein.

2017 hatte der Stadtrat die Sanierung beschlossen. „Die Straße war in die Jahre gekommen“, erklärte Harald Rodiek, Leiter des städtischen Dienstleistungsbetriebs Xanten (DBX). Auf dem Weg waren „gravierende Schäden“ festgestellt worden, wie die Verwaltung damals in einer Vorlage für den Rat schrieb. Eine Erneuerung der Fahrbahndecke habe gereicht. Eine grundhafte Sanierung des gesamten Oberbaus einschließlich aller Tragschichten sei nötig gewesen, erklärte Rodiek.

Im April begannen die Arbeiten. Mitte Juni sei der Heesweg für den Straßenverkehr wieder freigegeben worden – „vier Wochen früher als geplant“, sagte der DBX-Leiter. „Wir wollten spätestens bis zu den Sommerferien fertig werden.“ Der verhältnismäßig milde Winter habe geholfen. Außerdem habe die Baufirma eine gute Arbeit abgeliefert.

Nun rollen Autos und Lastwagen über eine neue Straße. Trotzdem können sie nicht mehr so schnell fahren wie vor der Sanierung: Links und rechts wurden zwei Verkehrsinseln – die Verwaltung spricht von Einengungen – errichtet, damit die Fahrer vom Gas gehen müssen, wenn sie in den Ort fahren. In der Vergangenheit seien die Autos teilweise mit hoher Geschwindigkeit hier entlang gefahren, sagte der Technische Dezernent Niklas Franke.

Und noch etwas ist neu: Der Heesweg wurde barrierefrei ausgebaut. Auch Rollstuhlfahrer und Menschen mit Rollator können nun die Bushaltestelle erreichen. Dafür wurde der Bürgersteig links und rechts von ihr abgesenkt. Die Kante nach vorn wurde dagegen erhöht, damit der Bürgersteig an dieser Stelle die passende Höhe für einen Niederflurwagen hat. Durch den barrierefreien Ausbau wurde die Straßensanierung vom Land gefördert. 65 Prozent der Baukosten von mehr als 300.000 Euro übernahm das Land, den Rest die Stadt. Die Anlieger mussten nichts zahlen. Deshalb sei der Heesweg auch ein Beispiel dafür, wie günstig eine Straßensanierung für Anwohner werden könne, sagte Görtz.

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