Xanten: Birtener wollen richtige Bahnschranke

Xanten: Birtener wollen richtige Bahnschranke

Sowohl die Bürger als auch die Politiker des Bezirksausschusses zweifeln die von der Bahn prognostizierten Kosten von 1,5 Millionen Euro plus Ausgaben für den Grundstückserwerb für den Bau einer elektronischen Schranke an.

Der Ruf eines rein wirtschaftlich denkenden Wirtschaftsunternehmens war der Deutschen Bahn längst vorausgeeilt, als der Bezirksausschuss jetzt über eine künftige Sicherung des Bahnübergangs Römerstraße diskutierte und eine erste Entscheidung fällte. Sowohl die Bürger in der Fragestunde als auch Lokalpolitiker zweifelten die von der Bahn prognostizierten Kosten von 1,5 Millionen Euro plus Ausgaben für Grundstückserwerb für den Bau einer richtigen Schranke an. So fand sich nach langer Diskussion am Ende eine große Mehrheit für diese Sicherungsmaßnahme. Mit diesem Votum geht das Thema in die nächsten Ausschüsse. Am Ende entscheidet der Rat.

Die Alternative wäre eine rund 25.000 Euro teure Umlaufschranke, so dass Fußgänger und Radler den Bahnübergang weiter nutzen könnten, die täglich dort verkehrenden 130 Kraftfahrzeuge aber auf den Bahnübergang Heesweg ausweichen müssten. Diese Möglichkeit wurde abgelehnt, auch wenn sie der Stadt erheblich preiswerter käme und sie viel schneller zu realisieren wäre. Aber sie würde, so sagte zum Beispiel Uwe Madsen (CDU), einen Teil des Dorfes abkoppeln. Wie Madsen, so befürchtete auch Matthias Voll (BBX) bei einer Umlaufschranke die Bildung eines Inseldorfes. "Das kann es nicht sein. Wir müssen eine Lösung haben, die sehr sicher ist." Bei einer Umlaufschranke würden trotz eines nahenden Zuges Menschen noch schnell über die Gleise laufen, befürchtete er.

In der vorangegangenen Fragestunde hatten die Bürger keinen Hehl daraus gemacht, dass sie eine normale Schranke befürworten. In Alpen zum Beispiel hätten die Menschen schlechte Erfahrungen mit der Umlaufschranke gemacht, sagt ein Birtener. "Ich habe mit einem CDU-Politiker von dort gesprochen. Er sagte, er würde es heute nicht mehr so machen."

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Überraschte Gesichter gab es, als Ausschussvorsitzender Dietmar Leyendecker erklärte: Das Eisenbahnbundesamt beziehungsweise die Deutsche Bahn könne eine Umlaufschranke auch ohne Zustimmung der Stadt dort errichten. "Sie können die Sicherung verlangen. Die haben dazu das Recht." Was zur Replik von Bewohner Michael Keisers führte: "Das ist ein Wildwestrecht und ein Freibrief für die Bahn."

Der Technische Dezernent Niklas Franke wandte vergeblich ein, dass der Bau einer ordentlichen Schranke ein langes Planverfahren erfordere. Er rechnete mit mindestens drei, "eher mit sechs und mehr Jahren" bis zur Umsetzung. Das Genehmigungsverfahren könne erst eingeleitet werden, wenn der Rat den Beschluss gefasst habe. Es sei nicht sicher, ob die Bahn den langen Zeitraum akzeptiere, denn sie wünsche eine schnelle Lösung, um weitere Todesfälle zu vermeiden. Franke: "Die Bahn drängt auf eine Entscheidung." Er befürchtete darüber hinaus, dass der Übergang Römerstraße wegen des geringen Kraftfahrzeugaufkommens in der Bahn-internen Maßnahmenliste weit hinten rangieren werde.

Für die Umlaufschranke stimmte nur FBI-Vertreter Stefan Decken aus zweierlei Gründen: Sie sei zügig umsetzbar und die Ausgaben wären niedrig, argumentierte er. Er befürchtet generell mittelfristig Haushaltsprobleme für die Stadt, die zu Steuererhöhungen und zu einem Haushaltssicherungskonzept führen könnten.

(kump)