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Rheinberg: Marathonläufer Thorsten Kwekkeboom macht den TuS Borth fit

Fußball : Marathonläufer Thorsten Kwekkeboom macht den TuS Borth fit

Der Langstreckenläufer kommt als Fitness-Coach bei den Spielern des A-Ligisten sehr gut an. Trainer Frank Misch freut sich über die Unterstützung und hält sehr viel vom Know-How des 48-Jährigen.

Für Frank Misch, Coach des Fußball-A-Ligisten TuS Borth, wirkte die erste Trainingseinheit unter Berücksichtigung der Abstandsregelungen eher „wie ein Grillen ohne Fleisch“. Unabhängig von der Corona-Krise setzt er aber schon länger vermehrt auf Athletik- und Koordinationsübungen. Mit Thorsten Kwekkeboom steht ihm seit Oktober ein eigener Fitnesstrainer zur Seite.

Kwekkeboom gehörte einst zu den 30 besten Marathonläufern Deutschlands und schaffte es bei vielen prestigeträchtigen Läufen in der Region aufs Treppchen. Zum Fußball brachte ihn sein zehnjähriger Sohn Matti, dessen E-Jugend-Team er zweimal pro Woche betreut. Im Spätsommer 2019 folgte dann der Schritt in den Senioren-Bbereich. Auf Anfrage von Carsten Bücker unterstützte Kwekkeboom den TuS 08 Rheinberg für einige Wochen. Zuvor war auch Stefan Kuban, Coach des SSV Lüttingen, an einer Zusammenarbeit mit dem 48-Jährigen interessiert. Nur wenig später landete Kwekkeboom bei „seinem Verein“, dem TuS Borth. „Anfangs wurde ich vielleicht belächelt. Aber gerade in den unteren Ligen bringt Athletiktraining für die Robustheit richtig viel.“

Der geübte Langstreckenläufer arbeitete schon unzählige Pläne für die Laufgemeinschaft Alpen aus. Nicht nur deshalb weiß er ganz genau, worauf es ankommt. Sein Programm gestaltet er vielfältig. In erster Linie fordert er die Borther Spieler mit Sprung- und Antrittsübungen. Um die Rumpf- und Rückenmuskulatur dauerhaft zu stärken, stehen künftig auch Stabilisations-Übungen an. Aber auch Richtungswechsel und Umschaltmomente mit dem Ball gehören zum Programm – ständig angepasst an die „Defizite und Problembereiche“, die Kwekkeboom in den Meisterschaftsspielen aufgefallen sind. „Beim Schießen wackeln die Jungs manchmal wie ein Aal und nach dem Training haben sie oft Muskelkater“, sagt Kwekkeboom.

Im vergangenen Winter mussten die Borther Kicker ebenfalls ganz schön auf die Zähne beißen, als der „Fitmacher“ zum anstrengenden Tempolauf auf den Oermter Berg gebeten hatte. In Sachen Ausdauer sind die Spieler mit der nötigen Portion Eigenmotivation aber weiterhin auf sich alleine gestellt. „Um regelmäßig laufen zu gehen, brauchen sie keinen Trainer.“ Thorsten Kwekkeboom fühlt sich im Trainerteam von Frank Misch gut aufgehoben. Auch den Spielern gefällt’s.

Torhüter Pascal Kastendieck und Abwehrmann Simon Schmieler helfen dem erfolgreichen Leichtathleten bei der E-Jugend seines Sohnes. Für die beiden gibt es oft zusätzliche, individuelle Sonderschichten – natürlich freiwillig. „Die Spieler haben größtenteils Bock drauf. Klar ist es hart, aber sie merken den Fortschritt und wollen auch gefordert werden“, sagt Kwekkeboom. Den technischen Teil überlässt der Finanzbeamte weiterhin Frank Misch.

Der TuS-Trainer ist hellauf begeistert von der Handschrift Kwekkebooms, dem er auch das Aufwärmen vor dem Spiel zugeteilt hat. Misch ist lang genug im Geschäft dabei, selten habe er eine so positive Einstellung erlebt. Nicht umsonst misst der Cheftrainer dem Fachwissen seines Kompagnons ein hohes Maß an Bedeutung bei und baut sein Trainingskonzept dementsprechend auf. „Es macht uns allen Riesenlaune. Er entlastet mich enorm und ist voll ins Teamgeschehen involviert“, sagt Frank Misch. „Die Zeit mit Medizinbällen über 400 Meter ist sicherlich vorbei. Thorsten motiviert auf allen Ebenen und bringt viel Neues mit ein.“

Auch sein Sohn ist Feuer und Flamme und mit den Übungen seines Vaters bestens vertraut. Als sich Thorsten Kwekkeboom vor Kurzem die Achillessehne riss, sprang Matti ein und zeigte den Großen, wo es lang geht. Als Läufer ist der 48-Jährige nach und nach deutlich kürzer getreten. „Von 2008 bis 2010 hatte ich meine beste Zeit“, sagt der Borther. Das Laufen musste er nach einem scharfkantigen Fersensporn, der eine permanente Reizung auslöste, mehr oder weniger aufgeben.

Sein Engagement als Athletiktrainer beim TuS hat dafür gerade erst begonnen und bereitet ihm sehr viel Freude. Der Zuspruch von Seiten des Teams ist hoch. Jetzt hofft er, dass die Mannschaft dauerhaft Interesse zeigt. Denn nur mit der nötigen Kontinuität tragen die intensiven Einheiten auch weiter ihre Früchte.

Auch wenn die laufende Spielzeit aller Voraussicht nach abgebrochen wird, hätte Thorsten Kwekkeboom in diesem Jahr fest mit dem Klassenerhalt des Aufsteigers gerechnet. „Wir wären sicherlich drin geblieben. Dafür waren die ersten Spiele nach der Winterpause zu stark“, sagt er.

Das könnte durchaus auch an seiner Fitnessarbeit gelegen haben. Wenn der Ball dann wieder rollt, wird der Familienvater vor allem die Sprints und Bewegungsabläufe des Teams weiterhin genau unter die Lupe nehmen. Es gibt eben immer genug zu tun.