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Alpen: Jan Büren von Borussia Veen mischt die Bezirksliga auf

Fußball :  Jan Büren mischt die Bezirksliga auf

In der Saison 2019/20 hat der 19-Jährige 18 Treffer für den Aufsteiger Borussia Veen erzielt. Damit führt er die Torschützenliste in der Gruppe vier an. Kein Wunder: Der Stürmer fühlt sich im Verein sehr wohl.

In anderen Jahren hätte Borussia Veen reichlich Gründe gefunden, in diesem Sommer ein dickes Fass aufzumachen. Der Klub wird 100 Jahre alt, die erste Mannschaft hat sich als Aufsteiger in der Fußball-Bezirksliga mit dem fünften Tabellenrang besser geschlagen als vor der Saison vermutet worden war.

Obendrein darf sich die Borussia auch noch rühmen, dass der beste Torschütze der Liga aus ihren Reihen stammt. Mit 18 Treffern hat Jan Büren den Kampf um die Torjägerkanone für sich entschieden – kein anderer Akteur der Gruppe vier hat öfter getroffen. Aber Spielzeit 2019/20 ist ja eh anders als normal. Die Jubiläumsveranstaltung des Vereins wurde aufgrund der Corona-Krise schon vor Wochen abgesagt, gefeiert wird erst im nächsten Jahr.

Platz fünf fühlt sich lediglich an wie ein Schätzwert, weil die Saison noch elf Spiele parat gehabt hätte, wenn sie denn ein reguläres Ende gefunden hätte. Und auch der Mittelstürmer, der mit seinen Toren die Bezirksliga aufgemischt hat, tanzt jetzt nicht vor überschäumender Freude auf dem Platz, sondern sieht seinen Erfolg realistisch. „Es ist natürlich schön, Torschützenkönig zu werden, nur wäre es cooler gewesen, wenn die Saison zu Ende gespielt worden wäre“, sagt Jan Bühren.

Ist sie aber nicht, und auch die Abschlussfahrt des Teams nach Bulgarien musste storniert werden, was denn auch die Feierlichkeiten ein wenig einschränkt. In Richtung der zweiten Veener Mannschaft, die mit Jan Büren gefiebert hat, wird der 19-Jährige sein Wort halten. „Die Runde werde ich geben“, sagt er. Seine „Erfolgsprämie“ aus den eigenen Reihen muss allerdings noch amtlich gemacht werden. „Zu Karneval hat mir unser Torwarttrainer Carsten Menczyk eine Wette angeboten“, sagt Jan Büren, der nicht vergessen hat, dass der Einsatz ein Grillabend mit Mannschaft, Trainern und Betreuern war. „Es ist jetzt noch nicht geklärt, ob und wann das zustande kommt, aber ich gehe davon aus, dass der Abend im Moment nur aufgeschoben ist.“

Das kann ja zügig geklärt werden, denn mittlerweile rollt nach mehr als zwei Monaten wieder der Ball auf dem Kunstrasen am Veener Halfmannsweg. Ein wenig zumindest, weil von gewohntem Mannschaftstraining noch längst nicht die Rede sein kann. „Wir trainieren in zwei Gruppen, jeweils eine Stunde lang“, sagt der 19-Jährige. Alles finde „mit angezogener Handbremse“ statt. Aber immerhin, Mannschaft und Trainer sehen sich wieder.

„Das hat schon gefehlt“, sagt Jan Büren. „Nach den Spielen und dem Training haben wir immer noch zusammen gesessen.“ Da durfte es auch mal etwas später werden. „Einige sind auch gemeinsam joggen gewesen. Das ist ja zuletzt alles weggebrochen, als jeder nur noch für sich alleine etwas tun durfte.“

Das freilich, gibt Jan Büren gerne zu, sei so motivierend auch nicht gewesen. „Ich war zwar auch einige Male joggen, insgesamt habe ich aber schon ein wenig geschludert.“ Na ja, dem Torschützenkönig der Liga wird es da nicht anders als den meisten seiner Kollegen gegangen sein. „Ich glaube aber, dass wir nach zwei, drei Wochen Training ganz schnell wieder in Form sein werden.“

Jan Büren blickt jetzt erst einmal gespannt darauf, wann es weitergeht. Und vor allem wie und mit welchen Gegnern in der Liga. „Wir sind schon neugierig, wie die nächste Bezirksliga-Saison aussehen und wer dann von unten aufsteigen wird.“ Sicher ist er nicht, aber schön wäre es, wenn der TuS Xanten als aus der Kreisliga A hoch kommen würde. „Ein tolles Derby mit vielen Zuschauern, das hätte was“, sagt Jan Büren, der gerne gegen die Mannschaft vom Fürstenberg spielen würde, die sich bereits mit spektakulären Neuverpflichtungen verstärkt hat.

Bei der Borussia dagegen ist weder von neuen Akteuren noch von Mitspielern, die den Klub verlassen möchten, etwas zu hören. „Ich gehe auch davon aus, dass alle bleiben werden“, sagt Jan Büren, der selbst das eine oder andere Angebot anderer Vereine ausgeschlagen hat. „Zum einen fühle ich mich hier sehr wohl. Zum anderen steht jetzt die Ausbildung im Vordergrund“, sagt er.

Im Januar kommenden Jahres warten die abschließenden Prüfungen auf den angehenden Bankkaufmann. Alles andere wird sich dann zeigen. „Vielleicht wird es dann Gespräche geben, aber wenn unsere Mannschaft zusammenbleibt, kann ich gut und gerne auch noch fünf Jahre in Veen spielen.“ In der Zeit könnte man noch einige Fässer in Veen aufmachen.