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Xanten: "Gut angelegtes Geld"

Xanten : "Gut angelegtes Geld"

"Wenn die Qualität stimmt, klappt's auch mit der Nachfrage", sagt Leo Ingenlath in Labbeck. Eine RP-Umfrage auf den Campinganlagen im Bereich der Stadt Xanten bestätigt: Camping am Niederrhein boomt.

"Es wird viel in unseren Tourismus investiert. Das ist gut angelegtes Geld", berichtet Leo Ingenlath, der den Kerstgenshof in Labbeck betreibt. "Immer mehr Menschen suchen Erholung in Heimatnähe."

Standortfaktoren

Eine Meinung, die Jürgen Köpp vom gleichnamigen Campingplatz in Obermörmter und Wolfgang Warnke, Platzwart vom Waldcampinghof Speekenkath in Ursel, nur unterstreichen. Beide sehen in dem breiten Angebot von Radwegenetz und (städtebaulicher) Kultur wesentliche Standortfaktoren. Naherholung wird bei den Deutschen immer beliebter.

Camper Hans Schmitz vom Kerstgenshof bringt es auf den Punkt: "Warum denn in die Ferne schweifen …?" Wie sein Nachbar Jochen Miedza kommt er seit vielen Jahren hierher nach Labbeck. Miedza hat 16mal den Spanientrip mit Zelt oder Wohnwagen hinter sich. Doch das ist längst Geschichte. Allein durch die Fahrt ans Mittelmeer verliere man vier Urlaubstage, sagt er. Und lange Flugreisen reizen ihn nicht.

So wie diese beiden stammt das Gästeklientel auf den hiesigen Campingplätzen überwiegend aus dem Gebiet zwischen Aachen und Ruhrgebiet. Der hohe Benzinpreis macht Fahrten in ferne Länder immer teurer, aus Furcht vor einem Arbeitsplatzverlust reduzieren viele das Urlaubsbudget.

Umfragen des Bundesverbandes der Campingwirtschaft in Deutschland haben ergeben, dass zwar die meisten Deutschen auf ihren Urlaub nicht verzichten möchten, dass aber immerhin fast jeder Dritte der hohen Preise wegen seine Urlaubspläne ändert.

Die Nachfrage ist da, wenn Angebot und Ausstattung stimmen. Mit einem einzigen Spielgerät aus den 70er Jahren lockt man auf dem Campingplatz kaum noch einen Hund hinter dem Ofen hervor. Gerade wenn man die Zielgruppe Familien ansprechen möchte, "müssen wir auch gute Möglichkeiten zum Spielen anbieten", berichtet Leo Ingenlath.

Qualitätsanspruch gestiegen

Insgesamt haben die Gäste einen deutlichen Anspruch an die Qualität eines Campingplatzes. "Sie fragen nach der Ausstattung, achten auf eine gepflegte Anlage, halten auch die eigene Parzelle gut in Schuss und erwarten den persönlichen Kontakt zum Betreiber", sagt Jürgen Köpp.

Aber die Konkurrenz wird härter und kommt aus einer bislang unvermuteten Ecke. Leo Ingenlath: "Die größeren Städte werben jetzt viel aktiver um Touristen. Wer hätte vor einigen Jahren gedacht, dass sich zum Beispiel Duisburg als Freizeitstadt zeigt?"

(RP)