Leichtathletik : Judiths schnelle Beine

Judith Joosten vom SV Sonsbeck hat sich ins Rampenlicht gelaufen. In Rhede wird die 14-Jährige erstmals bei der Deutschen Jugend-Meisterschaft starten. Der Bundestrainer beobachtet ihre rasante Entwicklung.

Adi Zaar ist sie bereits aufgefallen, die junge Langstreckenläuferin des SV Sonsbeck mit dem fulminanten Schlussspurt. Der Nachwuchsbundestrainer kennt die Stärken von Judith Joosten (14).

Sicherlich wird er Anfang nächsten Monats auch im Rheder Leichtathletik-Stadion sein, wenn die Realschülerin bei der Deutschen Jugend-Meisterschaft über 3000 Meter startet. Am 7. August, 19.40 Uhr, hat Judith ihren großen Auftritt vor hoffentlich auch großer Kulisse. Es sind ihre ersten Titelkämpfe auf nationaler Ebene. Die Aufregung halte sich noch in Grenzen, sagt Judith mit ruhiger Stimme.

10:45,75 Minuten lautete die Zeit, mit der die Sonsbeckerin in Kevelaer souverän das Ticket für Rhede löste. Regen und starker Gegenwind ließen eine bessere Zeit nicht zu.

In Rhede will Judith schneller sein. Johannes Krasemann, der Heimcoach beim SVS, traut ihr durchaus zu, unter 10:30 Minuten zu laufen. "Einen Platz unter den besten 20 Teilnehmern wäre toll, ist aber kein Muss", formuliert er die Zielsetzung. Primär soll sein Schützling Erfahrungen sammeln. Mitlerleben, wie es ist, bei einem so großen Wettkampf dabei zu sein.

Die Ruhe zu behalten, sollte ein Offizieller die Länge der Spikes monieren oder andere Anmerkungen haben, die die Konzentration stören könnten. Judith, die seit drei Jahren von Krasemann betreut wird, war dem Trainer schon vorher aufgefallen.

"Ich habe sie beobachtet und schnell ihr Talent erkannt. Insbesondere der lockere Laufstil war auffällig", erinnert sich der Coach, der ihren Ehrgeiz und den Trainingsfleiß herausstreicht. Sechsmal die Woche zieht Judith ihre Laufschuhe an, bis zu neun Stunden kommen da zusammen. Das Reiten musste die SVS-Athletin irgendwann drangeben.

Für Judith kein Problem. Schließlich hat sie sich noch einiges vorgenommen. Und sie weiß, dass nur hartes Training zum Erfolg führt. Deshalb heißen die Vorbilder auch Sabrina Mockenhaupt oder Irina Mikitenko, die sich alles in ihrer Karriere hart erarbeiten müssen. Die zwei wird Judith, die eine 9. Klasse der Xantener Marienschule besucht, bei der Weltmeisterschaft in Berlin Ende August von der Tribüne aus beobachten können.

Einladung zur WM in Berlin

Der Leichtathletik-Verband Nordrhein (LVN) hat sie und andere Talente eingeladen. Krasemann würde sich nicht wundern, wenn Judith auch eine Einladung des Deutschen Verbandes (DLV) durch Bundestrainer Zaar erhält — zu einer Sichtung für die 20 talentiertesten Mittel- und Langstreckenläuferinnen des Jahrgangs 1994.

(RP)