Wesel: CDU fordert Abriss von Ruinen in Büderich und neues Wohngebiet

Ex-Hotel Bürick und ehemaliger Platanen-Grill in Büderich : CDU will Ruinen für Wohnraum abreißen lassen

Das ehemalige Hotel Bürick und die Brandruine des ehemaligen Platanen-Grills sind den Büderichern ein Dorn im Auge. Die CDU fordert, beide Objekte abbrechen zu lassen, um neuen Wohnraum schaffen zu können.

Ob man sich Büderich  von Osten oder Westen nähert, immer stößt man am Ortseingang des linksrheinischen Polderdorfes auf einen Schandfleck.

Vor Monaten wurde der Dachstuhl der Brandruine des Platanen-Grills an der Weseler Straße abgebrochen. Seither ruht die Baustelle. Die CDU schlägt den Abriss und anschließend den Bau von vier Wohnungen vor. Foto: Klaus Nikolei

Wer von Wesel kommt, dessen Blick fällt sofort auf die traurige Brandruine des ehemaligen Platanen-Grills. Und von Alpen kommend fährt man an dem seit Jahren leerstehende Hotel Bürick inklusive verwaister und verkommener Tennishalle vorbei. In der gaben sich – so weiß die ältere Generation zu berichten – in den 60er und 70er Jahren einst die Schlagerstars bei Konzerten die Mikros in die Hand und sorgten dafür, dass das Hotel Bürick (vormals: Zum Goldenen Fuchs) am gesamten Niederrhein ein Begriff war. Fakt ist, dass beide Objekte bei den Menschen in Büderich aktuell für Verdruss sorgen.

Jürgen Linz, CDU-Fraktionschef im Weseler Rat, kennt das Problem nur zu genau und hat sich in jüngster Zeit dem Thema angenommen und  an einer Lösung gebastelt, wie sich am Ende doch alles noch zum Guten wenden könnte. Zusammen mit seinen Büdericher Parteifreunden Michael Nabbefeld und Andreas Üffing hat er am Freitag bei einem Rundgang über den von Unkraut überwucherten Hotel-Bürick-Parkplatz Pressevertretern seine Ideen von Abrissen und Neubauten vorgestellt.

„Weil sich in beiden Objekten auch nach vielen Jahren des Wartens und Hoffens nichts tut, und vor dem Hintergrund der allgemein angespannten Lage auf dem Wohnungsmarkt, sollte die Stadt die Chance ergreifen und hier Wohnraum schaffen“, sagt Linz. Konkret soll die Stadt nun prüfen, ob nicht der städtische Bauverein beziehungsweise die Niederrheinische Sparkasse Rhein-Lippe (aktiv in Lackhausen im Neubaugebiet Am Schwan und am Moltkeplatz in der Innenstadt) die Grundstücke erwerben und dort Wohnraum – aus Sicht der CDU auch öffentlich gefördert schaffen könnte. Auf dem Areal des Plantanen-Grills wäre, so glaubt Linz, Platz für mindestens vier barrierefreie Mietwohnungen. Und sollte das frühere Hotel- und Tennishallen-Ensemble tatsächlich einmal abgerissen werden, könnten auf dem mehrere tausend Quadrameter großen Areal Ein- und Mehrfamilienhäuser entstehen.

Bedarf für ein großes Neubaugebiet im linksrheinischen Teil Wesels soll es geben.  Davon ist jedenfalls Andreas Üffing überzeugt. „Ich kenne einige junge Leute aus Büderich, die weggezogen sind, weil sie hier kein passendes Grundstück gefunden haben.“ Nabbefeld sieht ebenfalls Bedarf an Grundstücken für Häuslebauer. „Büderich ist attraktiv für junge Familien. Nicht nur wegen der Nähe zum A 57-Anschlussstelle  Alpen, sondern weil in Büderich auch die Infrastruktur mit Grundschule, Kindergärten, Supermarkt, Apotheke, Bäckerei, Geschäften und Vereinen stimmt.“

Linz hat die Abriss- und Neubau-Ideen in einem Schreiben an die Verwaltung zusammengefasst und Bürgermeisterin Ulrike Westkamp gebeten, die nun nötigen Gespräche mit Bauverein und Sparkasse zu führen. Im Fachausschuss soll die Verwaltung anschließend die Politik über den Stand der Dinge informieren.

(kwn)
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