Hamminkeln : Die starke Stimme der Senioren wird 25

Seit 1994 wirkt die Senioren-Union Hamminkeln für die ältere Generation. Das Vierteljahrhundert wird jetzt gefeiert.

Wenn irgendwo Senioren gehört werden, dann ist das in Hamminkeln. Ihre starke Stimme erschallt in sämtlichen Ortsteilen, auf stadtischer Ebene sowie im Kreis Wesel und darüber hinaus. Eine treibende Kraft des überparteilich wirkenden Forums Senioren ist die Senioren-Union (SU) Hamminkelns, die jetzt auf 25 Jahre zurückblickt. Natürlich ist es eine der CDU nahestehende Vereinigung. Aber Parteimitgliedschaft ist, wie überall in der SU, keine Bedingung. Das Besondere an der SU Hamminkeln ist ihre personelle Stärke. Als Peter Mellin und Georg Schwab im November 1994 als Fühungsduo an den Start gingen, hatten sie schnell 100 und bald auch 200 Mitglieder hinter sich. Vom Spitzenwert 256 sind derzeit immer noch 212 dabei, was heutige Akteure wie den Vorsitzenden Heinz Breuer, seinen Stellvertreter Klaus Frede und Bernd Große-Holtforth dennoch anspornt neue Mitglieder zu gewinnen. Das wird auch in Hammminkeln immer schwerer, denn ein moderner 60-Jähriger fühlt sich ja noch lange nicht als Rentner.

60 aber ist das Alter, ab dem man in der Senioren-Union mitmachen kann. Die Betonung liegt auf machen. Das wurde am Dienstag bei der Vorstellung der Jubiläumsbroschüre und des Festprogramms für den Freitag, 5. Juli, auf Schloss Ringenberg deutlich. Peter Mellin, gerade 88 Jahre alt geworden, erklärte, dass im kommenden Jahr Ehrenamtsmessen in allen Ortsteilen veranstaltet werden sollen. Zielgruppe sind die 57- bis 67-Jährigen. Sie sollen dafür gewonnen werden, Einrichtungen, Vereine und Organisationen zu unterstützen.

Der leichte Mitgliederrückgang hat sich nicht negativ auf das Selbstbewusstsein der Hamminkelner SU ausgewirkt. Als stärkste Senioren-Union im Kreis Wesel ist sie stolz auf ihre Führungsrolle. Nur eine gemütliche Kaffeerunde zu sein, kam schon bei der Gründung nicht in Frage. Die SU wollte Erfahrung und Kompetenz einbringen und politisch mitreden. Heute kommt die CDU nicht um sie herum. Um Einfluss zu gewinnen, setzte sich die SU etwas von der Partei ab. So ist das breit aufgestellte und überparteiliche Forum Senioren in Hamminkeln heute eine feste Größe mit Rederecht in Ausschüssen der Stadt.

Erfolge sehen die Akteure zum einen in Veranstaltungen zu Dauerthemen wie Wohnen, Verkehr, Kriminalität und Gesundheit. Anfangs halfen Besuchsprogramme – zum Beispiel für Mehrhooger in Dingden – mit, ein Zusammenwachsen der sieben Dörfer Hamminkens zu befördern. Dann ging die SU daran, Hamminkelner in auswärtigen Pflegeheimen zu besuchen. Aus der Erkenntnis, dass viele doch besser am Ort geblieben wären, erwuchs der Wunsch nach Angeboten. Heute steht das Christophorus-Haus in Hamminkeln und auch in Mehrhoog gibt es eine Einrichtung.

Im Straßenbild machen jede Mittwochmorgen ab 8.30 Uhr rund 40 Radler auf sich aufmerksam, die nach der Tour zusammen frühstücken und sich aktuellen Themen widmen. Kulturbeflissene kommen bei Reiseprogrammen sowie Theater- und Konzertfahrten auf ihre Kosten. Außerdem entstehen so Freundschaften, die Alleinstehende vor der Vereinsamung bewahren. Immer auf dem Laufenden sind die Silver-Surfer in den Computerkursen. Sportliche Aktivitäten – auch im Sitzen – halten Körper und Geist ebenso fit wie die Weitergabe von Kenntnissen in den Kindergärten. Etwa über Kräuter und Blumen.

In der Flüchtlingshilfe und der Kleiderkammer sind Senioren ebenso aktiv. So gibt Ingrid Schuckel zum Beispiel Deutschunterricht. Regelmäßig Geld gesammelt wird zur Unterstützung dreier Patenkinder der SU in der Togo-Initiative um Annemarie Klocke. Betätigungsfelder für neue Ehrenamtler gibt es also genug.

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