Wermelskirchen: Städte geben Trägerschaft für Berufskolleg endgültig ab

Für Schüler und Betriebe in der Region bleibt das Berufskolleg erhalten : Städte geben Trägerschaft endgültig ab

Der Zweckverband für das Berufskolleg übergibt die Schule in die Hände des Oberbergischen Kreises.

Es herrschte Feststimmung. Die Vertreter der Städte Wermelskirchen, Radevormwald und Hückeswagen stießen am Mittwochnachmittag zufrieden mit einem Glas Sekt an. Zuvor hatten sie zum vorerst letzten Mal an einem Tisch gesessen. Sie hatten den Zweckverband, der viele Jahre als Träger des Berufskollegs fungiert hatte, abgewickelt. Einstimmig hatten sie das Ende des Gremiums beschlossen, das bisher die Fäden der Schule in der Hand gehabt hatte. „Das war’s“, hatte Vorsitzender Wolfgang Eisenreich dann erklärt.

Während Wermelskirchens Bürgermeister Rainer Bleek und der Hückeswagener Amtskollege Dietmar Persian mit dem Rader Schulamtsleiter Jürgen Funke auf erfolgreiche Jahre der interkommunalen Zusammenarbeit für das gemeinsame Berufskolleg zurückblickten, stellte Jürgen Graef fest: „Das war nun die Zielgerade.“ Vor zwei Jahren war er als Liquidator eingesetzt worden, um den Zweckverband abzuwickeln. Vorangegangen war die Fusion der beiden Schulen in Wermelskirchen und Wipperfürth zum Bergischen Berufskolleg und die Frage nach der Trägerschaft. Bereits im Februar 2017 hatte man nach Verhandlungen die Schule an den neuen Träger, den Oberbergischen Kreis, übergeben.

Das Schulrecht in NRW sehe vor, dass Kreise die Trägerschaft für Berufsschulen haben, erklärte Graef. Der Rheinisch-Bergische Kreis und der Oberbergische Kreis hatten einen Kooperationsvertrag geschlossen, die Trägerschaft war schließlich nach Gummersbach gewandert. Blieb also die vor allem rechnerisch anspruchsvolle Aufgabe, den Zweckverband abzuwickeln. „Es bestand die Sorge, dass die Kommunen am Ende noch für ein Minus aufkommen müssen“, erinnerte Graef, bevor er das Kaninchen aus dem Hut befreite: Der Zweckverband schließt mit einem Plus von 329.559 Euro. Die Summe wird auf die drei Kommunen Wermelskirchen, Hückeswagen und Radevormwald aufgeteilt – berechnet nach den Schülerzahlen der vergangenen sechs Jahre. Das bedeutet für die Wermelskirchener eine Auszahlung von rund 194.868 Euro, für die Hückeswagener 53.882 Euro und für die Rader 80.807 Euro.

Die Feststimmung habe also ihre Berechtigung, erklärte Graef schließlich. Es gebe ein positives Ergebnis, alle Beschlüsse seien einstimmig gefallen. „Es hat keinen Streit unter den Städten gegeben“, fasste der Liquidator zusammen. Und auch Rainer Bleek stellte zufrieden fest: „Dieser Zweckverband und seine Abwicklung sind ein Beispiel dafür, wie interkommunale Zusammenarbeit funktionieren kann.“

Von Verlustgefühlen keine Spur? „Am Ende geht es ja nicht darum, ob wir nun eine Trägerschaft haben oder nicht“, erklärte Persian, „es geht darum, dass für die Schüler und Betriebe in der Region das Berufskolleg erhalten bleibt.“ Außerdem hätten zumindest Rader und Hückeswagener ja noch Einflussmöglichkeiten über den Kreis, erinnerte Jürgen Funke. Währenddessen bedeutet die Übergabe für die Wermelskirchener, die Fäden abzugeben. „Aber das ist kein Verlust“, betonte Bleek, „es geht nur eine Verwaltungsära zuende.“ Mit der Fusion sei Zukunftssicherung betrieben worden, betonte er. Und die neue Trägerschaft bedeute auch keine Schwächung des Wermelskirchener Standortes: Betriebe und Schüler hätten die Wichtigkeit der Wermelskirchener Schule betont.

„Wir bleiben noch Vermieter des Gebäudes“, erinnerte Bleek. Und auch der kommissarische Schulleiter Thilo Mücher, betonte: „Wir sind mit den beiden Standorten zukunftsfähig, die Schülerzahlen steigen und es gibt überhaupt keine Gründe dafür, einen der Standorte in Frage zu stellen. „Wermelskirchen hat nach wie vor ein Berufskolleg.“

(resa)