Wermelskirchen: Sportpolitischer Sprecher appelliert, Förderzuschüsse zu beantragen

Sportausschussvorsitzender fordert eigenes Sportamt : Eine halbe Million Euro für den Sport

Der sportpolitische Sprecher der CDU im Landtag, Jens Nettekoven, lenkte beim politischen Aschermittwoch der Christdemokraten im Bürgerzentrum den Blick auf das Förderprogramm „Moderne Sportstätten 2022“.

Wenn schon keine markigen Worte, dann doch zumindest ein schelmisches Augenzwinkern: Beim politischen Aschermittwoch des CDU-Ortsverbandes Wermelskirchen konnte der Vorsitzende Randolph Schmidt sich nicht den Versuch verkneifen, den Gastredner des Abends, den sportpolitischen Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, Jens Nettekoven, „festzunageln“. „Wermelskirchen wurden gerade 500.000 Euro zugesagt“, konstatierte Schmidt, woraufhin der Remscheider Nettekoven nicht „zurückruderte“, aber einschränkte: „Nicht ganz“.

Der Referent hatte zuvor über die Sportpolitik der Landesregierung gesprochen und diese erwartungsgemäß als deutlich besser im Vergleich zur sozialdemokratisch geführten Vorgänger-NRW-Regierung dargestellt. Jens Nettekoven richtete den Fokus insbesondere auf Förderprogramme wie „Moderne Sportstätten 2022“, mit dem das Land den Vereinen 300 Millionen Euro zugute kommen lässt: „Davon kriegt Wermelskirchen fünf Mal 93.000 Euro.“

Vor knapp 50 Anwesenden im Kleinen Ratssaal des Bürgerzentrums, darunter hauptsächlich Christdemokraten, aber auch der Vorsitzende des Stadtsportverbandes Klaus Junge betonte Nettekoven: „Dieses Geld reicht natürlich nicht, um damit einen Kunstrasenplatz zu bauen. Aber sanitäre Anlagen an einem solchen Platz können damit finanziert werden.“ Er gehe davon aus, dass alle Rahmenbedingungen für das Förderprogramm noch in diesem Quartal fixiert seien, kündigte er an. Fest stehe bereits: „Die Förderung geht nicht an städtische Sportstätten, sondern nur an vereinseigene.“ Als solche würden aber auch die Anlagen gelten, die langfristig durch Vereine von der Stadt gepachtet seien. Nettekoven weiter: „Als Bewilligungsbehörde fungiert die NRW-Bank. Es werden alle Anträge gesammelt und dann ausgeschüttet.“ Will sagen: Kommen keine entsprechenden Anträge aus Wermelskirchen, fließt das rechnerisch für Wermelskirchen vorhandene Geld aus dem Topf in andere Städte, aus denen bewilligungsfähige Vorhaben vorliegen.

Selbstkritisch bemängelte Jens Nettekoven: „Der Sport organisiert sich gerne selber, die Stimme des Sports ist mir zu leise.“ Er kritisierte: „Wenn es um einen Kunstrasenplatz geht, denkt jeder Verein an sich. Stattdessen sollten sich alle vor Ort zusammensetzen und die Bedürftigkeiten klären.“ Nettekovens Appell: „Rufen sie die Fördertöpfe ab.“ Als Vorsitzender des Ausschusses für Sport, Freizeit und Tourismus sagte Karl-Heinz Wilke: „Es ist zwingend nötig, dass ein eigenes Sportamt in der Stadtverwaltung eingerichtet wird, damit im Sinne des Sports die Reibungsverluste aufhören.“

Der CDU-Stadtverbands- und Stadtratsfraktionsvorsitzende Christian Klicki blickte auf das kommende Wochenende aus, an dem die Christdemokraten auf einer Klausurtagung den städtischen Doppelhaushalt für 2019/2020 beraten: „Dieser Haushalt ist sehr wichtig, weil an dessen Ende die schwarze Null steht. Mit Verlassen des Haushaltssicherungskonzepts wird der SSV Dhünn dann eine realistische Zeitschiene für einen Kunstrasenplatz bekommen.“