Wermelskirchen: Andrea Sax und ihr Sohn Cornelius engagieren sich seit als Wahlhelfer

Europawahlen 2019 : Mutter und Sohn engagieren sich mit Begeisterung im Wahllokal

Andrea Sax und ihr Sohn Cornelius engagieren sich seit vielen Jahren als Wahlhelfer – weil sie hinter die Kulissen blicken wollten und dann Spaß daran fanden. Zur Europawahl sind sie wieder im Einsatz.

Am 26. Mai sind Andrea und Cornelius Sax beschäftigt. Und da kommt nichts dazwischen. Dann sitzen die 52-Jährige und ihr Sohn im Wahllokal im Gemeindehaus Heisterbusch, bewachen die Wahlurne, begrüßen bei der Europawahl die Wähler und zählen am Ende die Stimmen. Dazu haben sie eine Kanne Tee gekocht, Kuchen und Kekse vorbereitet und sind für gewöhnlich bester Stimmung. „Der Einsatz ist super spannend“, sagt Andrea Sax und wirbt für das Ehrenamt der besonderen Art.

Vor 16 Jahren las die Wermelskirchnerin einen Aufruf in der Zeitung. Während ihn viele überblätterten, griff Andrea Sax zum Telefon. „Mir gefiel die Vorstellung, herauszufinden, wie so eine Wahl funktioniert“, sagt sie heute. Die Stadt wies ihr ein Wahllokal zu. Fortan wanderte sie durch Autohäuser und Kindergärten, bis sie irgendwann vorsichtig den Wunsch äußerte, in ihrem eigenen Wahlbezirk eingesetzt zu werden. Aus gutem Grund: Weil sie sich für die Evangelische Kirchengemeinde engagierte, hat sie den Schlüssel zum Gemeindehaus im Heisterbusch, weiß, wo die Heizung eingeschaltet wird und die Kaffeemaschine steht. Eine Win-Win-Situation also.

Seitdem prägt die fröhliche Art der 52-Jährigen die Atmosphäre im Wahllokal, das sie früh morgens aufschließt und abends wieder zuschließt. Als Sohn Cornelius wählen durfte, nahm sie ihn mit. Er teile die Begeisterung seiner Mutter, sagt der 22-Jährige. Und das Erfrischungsgeld von 50 Euro sei auch nicht zu verachten.

„Wir arbeiten in zwei Schichten“, erklärt Andrea Sax. Alle Ehrenamtlichen sind jeweils fünf Stunden im Einsatz – zum Auszählen kommen alle wieder. „Die Stimmung ist für gewöhnlich gut“, stellt sie fest und erzählt von fröhlichen Wetten, in welchem der beiden Wahlbezirke wohl mehr Menschen zur Wahl gehen. Ohnehin sei es eine schöne Gelegenheit, um Nachbarn mal wieder zu sehen und neue Gesichter im Viertel kennenzulernen.

„Politische Themen sind allerdings tabu“, betont Andrea Sax. Stattdessen wird geplaudert – und vor allem registriert, dokumentiert und überprüft. Denn wenn um 18 Uhr die Wahllokale schließen, um kaum eine Minute später zum öffentlichen Auszählen wieder zu öffnen, dann wird es spannend. Inzwischen hat Andrea Sax das Amt der Schriftführerin übernommen. „Die übernehmen beim Auszählen die Macht“, sagt sie und lacht. Denn dann muss alles streng nach Vorschrift und Ablaufplan geschehen.

Die 52-Jährige hat dafür an einer Schulung im Rathaus teilgenommen. Man werde an die Hand genommen, bekomme viele Unterlagen zur Unterstützung und sei deswegen gut gerüstet, sagt sie. Wenn am Ende die Haken in der Liste mit den Zetteln in der Wahlurne übereinstimmen, ist die Freude in der Runde der Ehrenamtlichen groß. „Das ist wirklich ein Erlebnis“. Das gilt vor allem für Wahlen, bei denen gleich mehrere Kreuze gemacht werden müssen. „Am einfachsten waren bisher Bürgermeister-Wahlen“, sagt Andrea Sax. Da sei die Auszählung auch schon mal nach anderthalb Stunden geschafft. Am aufregendsten seien Bundestagswahlen – auch weil dann die meisten Wähler kommen. Stimmt die Zahl der Häkchen und die der Zettel am Ende nicht überein, wird neu gezählt – bis die Zahlen übereinstimmen. Das kann dann auch mal drei Stunden dauern. „Aber gefudelt wird hier nicht“, sagt Andrea Sax.

Am Ende gehört sie zu den Ersten, die das Wahlergebnis aus dem Heisterbusch kennt. „Und meistens spiegelt es das Endergebnis ganz gut wieder“, sagt die erfahrene Wahlhelferin.