Der Bergische Wanderbus ist eine Erfolgsgeschichte

Bergischer Wanderbus : Der Wanderbus rollt im zehnten Jahr

Am 16. März startet die neue Saison. In den vergangenen Jahren nutzten jeweils rund 4000 Fahrgäste das Angebot.

Es ist eine Erfolgsgeschichte, die zu Beginn so nicht absehbar gewesen ist. „Vor zehn Jahren, als es mit dem Bergischen Wanderbus losgegangen ist, haben wir das eine oder andere Mal hauptsächlich Luft durch die Landschaft gefahren“, sagt Busunternehmer Sascha Meurer. Kein Vergleich also mit den vergangenen Jahren, in denen pro Saison immer um die 4000 Gäste den Wanderbus nutzten, wie Udo Wasserfuhr, Prokurist des Regionalverkehrs Köln, mitteilt. Am 16. März startet nun die zehnte Saison, in der die knallgelben Kleinbusse unterwegs sein werden.

Für Wermelskirchen und Odenthal ist diese touristische Ergänzung zum regulären ÖPNV in der Region eine großartige Sache. „Für die touristische Entwicklung in Wermelskrichen war das so etwas wie eine Intialzündung“, sagt Florian Leßke von der Tourismusförderung der Stadt Wermelskirchen. „Früher gab es die Wanderwege, aber sonst nicht viel. Der Wanderbus ist zur richtigen Zeit eingeführt worden. Denn jetzt sieht man auch an den Wochenenden Wanderer in der Stadt.“ Ohne den Wanderbus wäre diese Entwicklung so nicht geschehen, ist sich Lenßke sicher. Seine Amtskollegin aus Odenthal, Annika Böllstorf, stimmt dieser Einschätzung zu. „Die Leute fragen sehr oft nach dem Wanderbus. Der Fahrplan ist tatsächlich unser erfolgreichstes Printprodukt bei der Touristinformation.“ Das zeige deutlich den Stellenwert des Wanderbusses auf.

Am Konzept wolle man auch trotz steigender Fahrgastzahlen weiterhin festhalten, sagt Reinhard Haase, Amtsleiter für den ÖPNV im Rheinisch-Bergischen Kreis. „Es gibt einige Highlights an der Strecke, die auch auf jeden Fall weiterhin dabei sein sollen – Maria in der Aue etwa oder die Straußenfarm in Emminghausen. Da kämen wir aber mit den großen Bussen einfach nicht hin“, sagt Haase.

Das sieht auch David Bosbach, stellvertretender Geschäftsführer von Das Bergische, so: „Wir wollen ja die Gäste zu genau diesen Örtlichkeiten bringen.“ Daher halte er den Bergischen Wanderbus für ein „sehr gelungenes Projekt“. Zudem würde er sich wünschen, dass auch andere Kommunen auf diesen Zug aufspringen würden. In eine ähnliche Richtung argumentiert Wasserfuhr. Er sieht im ÖPNV in der Region noch eine Menge ungenutzten Potenzials. „Wir haben ein hervorragendes Wanderwegenetz und ein ebenso gutes ÖPNV-Netz. Ich bin der Ansicht, wir sollten das im Sinne eines Freizeitverkehrs 2.0 übereinanderlegen“, sagt Wasserfuhr. So könne man etwa die Linie 260, die von Remscheid bis nach Köln fahre und viele Anschlüsse zum Wanderbus habe, als „Bergischen Bus“ ins Marketing aufnehmen. „Wir werden dieses Thema auf jeden Fall weiter verfolgen“, betont der RKV-Prokurist.

Dafür spreche die Entwicklung, die der Wanderbus in den vergangenen zehn Jahren genommen habe. „Gegen die anfänglich noch etwas zögerlichen Beschlüsse in der Politik, hat sich das Angebot mittlerweile als echte Marke in der ganzen Region etabliert. Haase ergänzt: „Es ist auch ein Erfolg, der durch die Leistung aller Beteiligten ermöglicht wurde: die Stadt Wermelskirchen, die Gemeinde Odenthal, der Rheinisch-Bergische Kreis, der Regionalverkehr Köln und Das Bergische.“

Dass der Bergische Wanderbus auch über die Grenzen der Region bekannt ist, macht Meurer an einer kleinen Anekdote deutlich, die ihm auf einer Italienrundfahrt passiert ist. „Wir sind damals gerade am Vesuv gewesen, als mich ein Mann ansprach und fragte, ob er denn einen Fahrplan für den Bergischen Wanderbus hätte. Scheinbar hat er den Bus an der auffälligen Lackierung erkannt.“