Wermelskirchen: Apotheke an der Post feiert 40-jähriges Bestehen

Apotheke in Wermelskirchen : Beratung statt Rabattschlachten

Die Apotheke an der Post feiert 40-jähriges Bestehen. „Vieles hat sich seit der Gründung verändert“, sagt die Inhaberin.

Die alte Post in der Innenstadt gibt es längst nicht mehr. Sie ist weitergezogen. Die „Apotheke an der Post“ allerdings steht verlässlich am alten Standort – seit 40 Jahren. 1979 kaufte Apotheker Ekkehard Lehnert mit seiner Frau das Haus an der Telegrafenstraße, in dem bis dahin Familie Peters ihr Radio- und Fernsehgeschäft betrieben hatte. Am 24. März eröffnete Lehnert seine Apotheke.

40 Jahre später feiert seine Nachfolgerin, Barbara Schwinghammer-Steinbach, mit ihrem Team den runden Geburtstag. „Vieles hat sich seit der Gründung verändert“, erzählt die Apothekerin, die 1991 als Lehnerts Vertreterin in die Apotheke an der Post gekommen war. Damals verschwanden die Mitarbeiterinnen noch hinter großen Schubladen, um Medikamente hervorzuholen.

„Aber weil wir uns mehr Zeit für den Kunden wünschten, waren wir eine der ersten Apotheken hier, die auf einen Automaten setzten“, erzählt Barbara Schwinghammer-Steinbach, die die Apotheke 2010 übernahm. Plötzlich dauerte es nur 30 Sekunden bis das Medikament am Verkaufstisch eintraf. Währenddessen kommen die Mitarbeiter mit den Kunden ins Gespräch. Genau darauf setzt die Apothekerin auch in der Zukunft: auf Beratung, persönlichen Kontakt und Expertenwissen. „Das kann ein Callcenter nicht leisten“, sagt sie und denkt an die neue Konkurrenz aus dem Internet. Der Verbraucher blicke zunehmend auch bei Gesundheitsfragen mehr auf Schnäppchenangebote als auf Qualität.

„Aber beim Notfall Samstagnacht, da druckt kein 3D-Drucker der Welt Hilfe aus“, sagt Barbara Schwinghammer-Steinbach. „Aber wir sind da.“ Damit meint sie auch die Kollegen, die ganz in der Nähe der eigenen Apotheke ihre Geschäfte betreiben. „Wir haben uns alle spezialisiert und kommen uns nicht in due Quere“, sagt sie.

Der Wandel vollzieht sich unterdessen weiter: „Früher ging der Trend zu mehreren Filialen“, erinnert sich die Apothekerin. Damals nahm Barbara Schwinghammer-Steinbach erst die Oberbergische Apotheke in Hückeswagen hinzu, dann die Adler-Apotheke an der Eich. „Ziel war es, Schwerpunkte zu setzen“, sagt sie. Die Apotheke an der Post übernahm die Beratung bei chronischen Erkrankungen und Krebs. Im vergangenen Jahr schloss die Adler-Apotheke, weil kein Fachpersonal mehr zu finden war. In der vergangenen Woche übergab die Apothekerin ihr Geschäft in Hückeswagen.

„Ich konzentriere mich jetzt auf die Apotheke an der Post“, sagt die 57-Jährige. „Hier werden wir die Kernkompetenzen bündeln und ausbauen.“ Dazu gehört es eben auch, trotz aller Online-Angebote, die sie im Programm hat, auch weiter auf das persönliche Gespräch zu bauen. Die Apothekerin ist Ernährungs- und Diabetesberaterin, spezialisiert sich auf Pflegehilfsmittel und als Venenfachapotheke. „Ich sehe in meiner Arbeit auch eine soziale Verantwortung“, sagt sie. „Wir wollen helfen.“