Wermelskirchen: So war der Rosenmontagszug 2019 in Dabringhausen

Rosenmontagszug in Dabringhausen : Die Dawerkuser lieben es stürmisch

Mit einer halben Stunde Verspätung angesichts des Sturms, aber nicht minder fröhlich haben die Jecken beim Rosenmontagszug in Dabringhausen gefeiert. Prinz Axel I. genoss den Höhepunkt seiner närrischen Regentschaft.

Am Ende war er von Wind und Regen doch etwas in Mitleidenschaft gezogen, der selbstgebastelte „Baum der Seelen“ auf dem Anhänger der Fußgruppe „Avatar“. Als ganz in Blau kostümierte und geschminkte „Na‘vi“ aus dem Filmhit nahm der Freundeskreis aus Stumpf erstmals am Rosenmontagszug in Dabringhausen teil. Als dieser sich in Bewegung setzte, fiel allen Beteiligten ein Stein vom Herzen – das Wetter konnte das jecke Treiben nicht in die Knie zwingen. Allerdings: Der Zug startete wegen Sturmböen eine halbe Stunde später als geplant. So hatten es der Dabringhausener Festausschuss und die Vertreter der Stadtverwaltung beim vormittäglichen Gespräch entschieden. „Also ist eigentlich alles wie immer, denn der Dawerkuser Zug ist noch nie pünktlich um 10.30 Uhr gestartet“, sagte Volker Niemz, Leiter des städtischen Betriebshofs.

De 41. Dawerkuser Zoch kütt

Auch wenn Windböen die geworfenen Kamelle, Mützen, Pralinenschachteln, Schokoladen oder Bälle teilweise deutlich aus den vorgesehenen Flugbahnen brachten, war es eher der starke Regenguss mit Hagel, der genau zur „Halbzeit“ des Rosenmontagszuges den Narren im Zoch und den Jecken am Wegesrand zu schaffen machte. Viele halfen sich mit meist durchsichtigen Regenponchos, die das Kostüm noch erkennen ließen, aus. Andere sahen schnell aus wie „begossene Pudel“: Da verlief die Schminke im Gesicht, hingen vom Regen getränkte Hüte auf „halb Acht“.

Der Feierfreude im Dorf tat das keinen Abbruch: Die Tanzgarden zeigten weiter ihre Hebefiguren und brachten so stets neuen Schwung ins Geschehen. Das „Jecke Trüppchen“ am Zuganfang verkündete optimistisch: „Schön is, wenn dat Leewen aff on zo joode Kaaten fö dich hätt“. Als Mafiosi der 1920er-Jahre kam das „Dawerkuser Allerlei“ daher und erteilte mit einer großen, auf einen Anhänger gebauten „Gangster-Limousine“ den Feinstaubplaketten eine Absage: „Nox macht uns nix.“ Im eleganten Violett verabschiedete sich die Gymnastikgruppe des SSV Dhünn vom Rosenmontagszug: Die Damen trugen anmutige Kleider als Hofstaat von Dreigestirns-Prinzessin Rosa, die aus deren Reihen stammt. Die Gymnastikgruppe hat angekündigt, nicht mehr am Rosenmontagszug teilzunehmen. Von solch einer Entscheidung ist die Karnevalsgemeinschaft „Noh Löher bei Kölle“, die ihr 25-jähriges Bestehen feiert, weit entfernt. Verkleidet als kunterbunte Knallbonbons nahmen sie unter dem Motto „25 Jahre Löher und der Drops ist noch lange nicht gelutscht“ am närrischen Lindwurm teil.

Unter die Zuschauer mischten sich Rosi Klawitter und ihre Freundin Cornelia Tittler: „Wir wären heute nie und nimmer zuhause geblieben, heute ist der höchste und heiligsten Feiertag.“ Eigens für Prinz Axel, Prinzessin Rosa und Bauer Frank bauten die 25 Nachbarn und Freunde an der Ringstraße als Robin Hoods und Dancing Girls eine Ehrentribüne aus Paletten und Bierzeltgarnituren auf den Gehweg. „Wir sind der Fanclub des Prinzen. Wir feiern immer zum Rosenmontagszug, aber so wild wie heute waren wir noch nie“, lachte Reinhold Petrikat, der das nachbarschaftliche Treiben moderierte und am Mikrofon entsprechend seiner Verkleidung als mittelalterlicher „Wegelagerer“ vom hoch auf dem Prunkwagen passierenden Dreigstirn „reichlich Hab und Gut“ forderte.