Wermelskirchen: Polizei, Ordnungsamt und DRK hatten am Rande des Rosenmontagszugs viel zu tun

Jugendschutzkontrollen am Rosenmontagszug : Mit 2,14 Promille  am Zug

Mitarbeiter von Ordnungsamt, Polizei und DRK hatten am Rosenmontagszug viel zu tun.

Das Funkgerät in der Einsatzzentrale knistert. „Zug ist gestartet“, meldet ein Mitarbeiter des Ordnungsamts. Dann wird es wieder ruhig im Saal des Evangelischen Gemeindehauses, den Polizei, Ordnungsamt und das Deutsche Rot Kreuz für diesen Rosenmontag in ihre Einsatzzentrale verwandelt haben. Es herrscht die Ruhe vor dem Sturm. „Der Alkoholpegel ist jetzt noch nicht so hoch“, sagt Ordnungsamtsleiter Arne Feldmann und zieht die Jacke über. Während die Melodien lauter werden und gerade ein Team der Polizei in die Einsatzzentrale zurückkehrt, bricht Feldmann mit seinen Kollegen auf. „Wir sind nie alleine unterwegs an solchen Tagen“, sagt er. Ein Mitarbeiter des Ordnungsamts und eine junge Polizeibeamtin gehören zu seinem Team.

Während die Drei ihre Runde starten, sind ihre Blicke auf die Menschen am Straßenrand gerichtet. „Wir gehen Richtung Epizentrum“, sagt Feldmann. Rund um die Kirche fließt der Alkohol schon in Strömen. „Das sind Jugendliche, die mit dem Rosenmontagszug wenig am Hut haben“, erklärt er. Wer ist hier zu jung, um Alkohol zu trinken? Wer kann sich nicht mehr auf den Beinen halten? Wo greifen Minderjährige zur Zigarette? Und wo droht Streit zu eskalieren? Die Beamten sehen genau hin.  Als Feldmann entdeckt, dass sich eine Gruppe junger Männer auf den Weg Richtung Friedhof macht, da bittet er die Kollegen, doch mal nach den möglichen „Fremdpinklern“ Ausschau zu halten. 35 Euro kostet das Knöllchen. „100 Euro, wenn einer an die Kirche pinkelt“, sagt Feldmann. Währenddessen geht das Dreierteam mit ernsten Gesichtern weiter.

Inzwischen hat der Zug die Festmeile passiert, die Beamten haben manch ein Strüssje bekomme. Der Wind pfeift. Arne Feldmann ahnt, dass es bald stressig wird. Auf dem Rückweg zur Einsatzzentrale fällt ihm auf der Treppe ein Mädchen entgegen, das nicht mehr auf die Füße findet. „Wie alt bist du denn?“, fragt er. Sie sei 13, habe aber wirklich nur ein einziges Bier getrunken, versichert das Mädchen. Feldmann ahnt, dass die Rechnung nicht stimmt. Er begleitet die Minderjährige in die Zentrale zum DRK. Die Ehrenamtlichen lassen sich vom flehentlichen Bitten der 13-Jährigen, zurück zu ihren Freundinnen zu dürfen, nicht erweichen. Sie muss ins Röhrchen pusten: 1,8 Promille. Arne Feldmann bittet eine Kollegin, die Mutter der jungen Frau anzurufen. Währenddessen kümmert sich nebenan ein anderes Team um einen 16-Jährigen, der mit fünf Flaschen Wodka aufgegriffen wurde. Auch er muss pusten: 2,14 Promille. Der Beamte blickt überrascht ein zweites Mal auf das Gerät und ruft dann den Krankenwagen. Während sich die 13-Jährige im Flur übergibt, trifft ihre ihre Mutter ein. Schnell sind die Daten abgeglichen und das Mädchen sucht weinend Trost in den Armen ihrer besorgten Mutter. Für sie ist der Karnevalstag zuende. Währenddessen bricht draußen der Himmel auf. Als erst Hagel und dann Regen fallen, blickt Feldmann seine Kollegen an: „Könnte auch für uns ein früher Feierabend werden.“