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Wermelskirchen: Marketingverein stellt neue Währung vor

Eigene Währung in Wermelskirchen : Digitale Dellmark erfolgreich eingeführt

Eine kleine Geldkarte statt Papiergutscheine: Vor einem Monat hat der Marketingverein „Wir in Wermelskirchen“ die städtische Währung „Dellmark“ umgestellt. Die Betriebe und die Verbraucher ziehen mit.

Sie steckt irgendwo zwischen Kreditkarte und Personalausweis: die neue Dellmark. Vor vier Wochen hat die kleine Scheckkarte den großen Papiergutschein abgelöst. Wer mit der Dellmark bezahlen möchte, kramt seit dem nicht mehr nach dem großformatigen Papierschein, sondern greift ins Portmonee, zeigt die Karte zum Scannen vor und geht ohne Wechselgeld, aber mit Restguthaben wieder nach Hause.

„Die digitale Dellmark ist gut gestartet“, sagt André Frowein, Vorsitzender des Marketingvereins. 50 von bisher 65 teilnehmenden Betrieben nehmen bereits an der digitalen Variante teil – Tendenz steigend. Denn immer mehr Betriebe melden sich beim Marketingverein und wollen die Wermelskirchener Währung als digitale Variante in ihr Bezahlsystem aufnehmen.

„In den ersten beiden Wochen haben wir 1500 Dellmark aufgeladen“, sagt Frowein, „das ist nicht schlecht“. Im Vergleich: Im vergangenen Jahr wurden Dellmark im Wert von 7000 Euro verkauft. Hinzu kam die Weihnachtsaktion mit heimischen Unternehmen, die ihren Mitarbeitern die Gutscheine unter den Weihnachtsbaum legten: Innerhalb von zwei Monaten wurden so 40.000 Delmark in Umlauf gebracht.

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Die Papierscheine sind weiterhin gültig – mindestens bis Ende des Jahres. „Viele dieser Werte sind bisher nicht abgerufen worden“, sagt André Frowein. Das heißt: Wermelskirchener haben die Gutscheine noch nicht eingelöst. „Es wäre wichtig, dass dieses Geld auch ausgegeben wird, damit die heimischen Unternehmen auch profitieren können“, sagt Frowein.

Nach und nach dürften die Papierscheine dann aus dem Verkehr verschwinden und der kleinen Scheckkarte Platz machen. Die Stadt Wermelskirchen unterstützt die Einführung der digitalen Dellmark aktuell mit einer Finanzspritze: Teilnehmende Betriebe bezahlen bis mindestens Ende des Jahre keine Transaktionsgebühren. Die technische Umsetzung sei einfach, erklärt der WIW-Vorsitzende: Entweder scannt der Händler den QR-Code auf der Karte oder er nutzt die Web-Version. Auch der Verbraucher soll zum Start der digitalen Währung profitieren: Kunden erhalten auf jeden Betrag zusätzlich zehn Prozent der Summe als Geschenk. Wer also eine Karte mit 50 Dellmark auflädt, dem spendiert die Stadt fünf Euro. „So stärkt die Stadt die Kaufkraft“, erklärt Frowein.

Und auch für Unternehmen, die ihren Mitarbeitern mit der Dellmark etwas Gutes tun wollen, schafft das Gesetz eine zusätzliche Möglichkeit: Die digitale Dellmark könne als steuerfreier Sachbezug verbucht werden – vergleichbar mit Tankkarten. Jeden Monat können so bis zu 44 Euro auf die Scheckkarte gebucht werden, ohne dass sie in der Steuererklärung auftauchen müssten. „Das Interesse springt gerade erst an“, sagt Frowein, „wir gehen in den nächsten Wochen und Monaten dazu aber auch aktiv auf heimische Unternehmen zu.“

Fest steht schon jetzt: Immer häufiger geht die Dellmark über den Ladentisch. Geld wird also im heimischen Handel ausgegeben.