Wermelskirchen: Beirat für Behinderte will App für barrierefreie Restaurants und Einzelhändler

Behindertenbeirat Wermelskirchen : Neue App soll barrierefreie Restaurants anzeigen

Mit ihrem ersten Projekt als Vorsitzende des Beirats für Menschen mit Behinderung, will Petra Sprenger das Alltagsleben für Leckermäuler und „Shopaholics“ erleichtern.

Nach vier Jahren gibt es einen Wechsel an der Spitze des Behindertenbeirats. Die bisherige Vorsitzende Brigitte Hallenberg zieht sich „aus persönlichen Gründen“ aus dem Amt zurück. Als Nachfolgerin wählte der Beirat am Donnerstagabend Petra Sprenger, die zuvor stellvertretende Vorsitzende war.

Ihr erstes Projekt als neue Vorsitzende stellte sie während der Sitzung auch direkt vor. „Der Einzelhandel und die Gastronomie in Wermelskirchen sind nicht unbedingt barrierefrei“, sagte Sprenger, die selbst Rollstuhlfahrerin ist. Deshalb sei es für viele Menschen mit Handicap schwierig, öffentlich essen zu gehen. An der einen Stelle gebe es schwer zu überwindende Schwellen oder Stufen, an anderer Stelle keine behindertengerechten Toiletten. „Leider können sich Behinderte noch nirgendwo informieren, welche Geschäfte und Restaurants barrierefrei sind“, sagte Sprenger. Stattdessen sind sie auf Erfahrungswerte angewiesen oder müssen es einfach ausprobieren. Das soll sich ändern.

Auf Sprengers Vorschlag hin entschloss sich der Beirat dazu, eine Arbeitsgruppe zu gründen, die sich dem Problem annehmen soll. Der Plan ist, eine App zu entwickeln, die den Grad der Barrierefreiheit in Einzelhandel und Gastronomie anzeigt. Die könne sich dann jeder auf seinem Smartphone installieren. In den entsprechenden Lokalitäten sollen Aufkleber an der Scheibe oder Speisetafel auf die Barrierfreiheit hinweisen. „Wir hoffen, damit auch einen Anreiz zu schaffen, dass Gastronomen und Händler mehr auf Barrierefreiheit hinarbeiten“, sagte Sprenger.

Während hier noch Arbeit vor dem Beirat liegt, gab es von anderer Stelle schon Erfolgsmeldungen. Die erste: Das Bürgerzentrum bekommt endlich eine elektrische Tür. Diese soll einen fünfstelligen Betrag kosten und laut Thomas Marner, dem Technischen Beigeordneten, noch in diesem Sommer eingebaut werden. Erfreuliches berichtete Christiane Beyer, Inklusionsbeauftragte der Stadt, zudem zur Parkplatzsituation. Sowohl vor der Post als auch an der Katt werde der Behindertenparkplatz mit einem Poller versehen, damit andere Autofahrer mehr Abstand halten. Die Fläche an der Katt werde zudem an den Fußweg verlegt, da Rollstuhlfahrer am bisherigen Standort Probleme mit den Rasengittersteinen hatten.

Ein Manko beim Thema Parkplätze sprach Rainer Blom, der in der Sitzung zum neuen stellvertretenden Vorsitzenden gewählt wurde, an. „Wenn die Telegrafenstraße bei großen Festen gesperrt ist, fallen dort Behindertenparkplätze weg“, sagte Blom. Er regte an, in solchen Fällen Ersatz-Parkplätze am Rathaus auszuweisen. Die Stadt will diese Möglichkeit nun prüfen.

Mehr von RP ONLINE