Karneval in Rösrath-Hoffnungsthal: Tödliche Unfallflucht: Fahrer aus Viersen ermittelt

Karneval in Rösrath-Hoffnungsthal : Tödliche Unfallflucht: Fahrer aus Viersen ermittelt

Nach der tödlichen Unfallflucht am Karnevalsfreitag in Rösrath-Hoffnungsthal hat die Polizei nun den Fahrer ermittelt: Ein 48-Jähriger aus dem Kreis Viersen hatte die 59-jährige Frau auf der Hauptstraße überfahren. Er räumte den Tatvorwurf im Wesentlichen ein, wie die Polizei Rheinisch-Bergischer Kreis und die Staatsanwaltschaft Köln am Dienstag bekannt gaben.

Die Polizei RheinBerg hatte eine elfköpfige Ermittlungsgruppe eingesetzt. Zum Erfolg führte schließlich die Kontrolle in der Folgenacht von Lieferfahrzeugen in Hoffnungsthal, die täglich ihre festgelegten Routen abfahren.

Dabei wurde auch ein weißer 7,5 Tonner aus dem Kreis Viersen kontrolliert. Der Fahrer, ein 48-Jähriger aus dem Kreis Viersen, räumte ein, auch am Vortag durch Hoffnungsthal gefahren zu sein. Von einem Unfall habe er allerdings nichts bemerkt. Ermittlungen unter Einbeziehung von GPS-Aufzeichnungen aus dem Firmenfahrzeug sowie von Videomaßnahmen aus dem Umfeld der Unfallstelle erhärteten jedoch den Verdacht, dass genau jener Lkw zur Unfallzeit am Unfallort gewesen sein musste. Der Lkw wurde daraufhin am Samstag, 9. Februar in Viersen sichergestellt. Da er zunächst keinen auffälligen Unfallschaden aufwies, wurde er in der Folgewoche kriminaltechnisch untersucht. Dabei konnten am Unterboden kleinste Blut- und Knochenrückstände gesichert werden.

Im Rahmen der Obduktion wurde schließlich festgestellt, dass zum einen das Verletzungsmuster bei dem 59-jährigen Unfallopfer mit dem Spurenbild an der Unfallstelle und an dem sichergestellten Lkw übereinstimmt, und zum anderen, dass die Rösratherin zum Unfallzeitpunkt - aus bislang ungeklärter Ursache - bereits auf der Fahrbahn lag. Sie war zum Unfallzeitpunkt deutlich alkoholisiert.

Ein Abgleich des sichergestellten DNA-Materials von dem Lkw mit dem DNA-Profil der 59-Jährigen ergab schließlich die entscheidende Übereinstimmung. Aufgrund dessen wurde der 48-Jährige am Dienstag auf seiner morgendlichen Tour erneut angehalten. Er wurde mit der Sachlage konfrontiert und zur Vernehmung zur Polizeiwache Overath/Rösrath gebracht. Er räumte den Tatvorwurf im Wesentlichen ein.

Sein Führerschein wurde sichergestellt. Nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen wurde er entlassen. Er muss sich nun einem Strafverfahren wegen Unfallflucht, fahrlässiger Tötung und unterlassener Hilfeleistung stellen.

Am 8. Februar war die leblose Frau gegen 3.50 Uhr von einem Zeitungsausträger gefunden worden. Die Unfallaufnahme und die Spurensicherung wurden in der Nacht durch einsetzenden Schneefall zunächst stark behindert. Mit Hilfe des THW und mit Unterstützung eines Unfallaufnahmeteams aus Köln wurden Zelte über der Unfallstelle errichtet und die Fahrbahn trockengelegt, so dass auch kleinste Unfallspuren wieder sicht- und sicherbar gemacht wurden.

Zuächst war die Identität des Unfallopfers unklar, da die Verstorbene keinerlei Ausweispapiere dabei. Während der Unfallaufnahme meldete sich ein Angehöriger bei der Polizei. Mit seiner Hilfe konnte noch am Unfalltag festgestellt werden, dass es sich bei dem Unfallopfer um eine 59-jährige Rösratherin handelt.

(ots/irz/top)
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