Wermelskirchen: Rat wird den "Schuldörfern" zustimmen

Wermelskirchen : Rat wird den "Schuldörfern" zustimmen

Einhellig begrüßen die Ratsfraktionen den Verwaltungsvorschlag, Pavillons aufzustellen, damit die PCB belasteten Schulen geräumt werden können. Der ehemalige Schulrat Herbert Schiffmann hat an der Lösung mitgewirkt.

Wahrscheinlich einstimmig wird der Stadtrat am Montag zustimmen, die Realschule und die Grundschule Ost aus ihren PCB belasteten Gebäuden herauszuziehen und in sogenannten "Schuldörfern" Ersatzraum zu schaffen. Wie berichtet, soll diese Lösung, die auch den Abriss der PCB belasteten Sporthalle der Realschule mit einschließt, die Stadt fast 6,3 Millionen Euro auf die nächsten fünf Jahre für die Anmietung von Schulpavillons kosten.

Eine Umfrage der BM gestern bei den Ratsfraktionen ergab das Bild einer einhelligen Zustimmung. Lob fand vor allem auch die Reaktion der Hauptschule, die auf Räumlichkeiten verzichtet, um die Grundschule Ost einziehen zu lassen und selbst stattdessen mit vier Klassen in Übergangs-Pavillons zieht.

CDU-Fraktionsvorsitzender Volker Schmitz hofft, dass sich der ambitionierte Zeitplan der Stadtverwaltung realisieren lässt. Denn er wisse, dass zurzeit landesweit Schulpavillons wegen der großen Nachfrage sehr schwer zu bekommen seien. Die CDU werde aber der Lösung zustimmen, kündigt er an.

"Natürlich werden wir zustimmen. Die Ratssitzung am Montag wird kurz und schmerzlos, Ärmchen heben und gut ist es", sagt WNKUWG-Fraktionsvorsitzender Henning Rehse voraus. Seine Fraktion habe lediglich die Frage, ob man nicht eine noch schnellere Lösung für den Auszug aus den PCB belasteten Schulen ermöglichen könne, indem man auf die europaweite Ausschreibung für die Pavillons verzichte.

Die SPD-Fraktion will laut Vorsitzendem Jochen Bilstein zwar noch bis zu Ratssitzung überlegen, ob es nicht noch eine kostengünstigere Lösung für die Schulen geben könnte. Grundsätzlich werde die SPD aber dem Verwaltungsvorschlag zustimmen, kündigt Bildstein an. FDP-Fraktionsvorsitzender Jürgen Manderla sagt: "Was bleibt uns denn anderes übrig?!" Er könne sich nicht ernsthaft vorstellen, dass irgendjemand gegen den Verwaltungsvorschlag stimmen könnte. Schließlich sei mit diesem Lösungsvorschlag der Gordische Knoten zwischen der Verquickung der PCB-Problematik und der Sekundarschule gelöst worden.

Büfo-Fraktionsvorsitzender Friedel Burghoff freut sich, dass die Stadtverwaltung, beraten durch den ehemaligen Schulrat Herbert Schiffmann, zu einer so guten Lösung gekommen sei. Sie sei eine Grundlage, auf der man aufbauen könne. Und er hoffe, dass sich die Summe von 6,3 Millionen Euro vielleicht reduzieren lasse, falls man nicht erst nach Ablauf von fünf Jahren zu einer endgültigen Lösung für die Schullandschaft gelange.

Zustimmung gibt es auch von Bündnis 90/Die Grünen zur "Schuldorf"-Variante. Fraktionsvorsitzende Gisela Grangeret sagt: "Es muss etwas passieren und vor allem schnell!" Sie fügt aber auch hinzu: "Es hätte bereits in den 1990er Jahren etwas passieren müssen."

(RP/rl)
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