Dabringhausen: Das Dawerkuser Dreigestirn aus Reihen der Grunewalder

Dawerkuser Dreigestirn proklamiert : Grunewalder an närrischer Spitze

Prinz Mario, Prinzessin Samira und Bauer Marcus sind proklamiert. Bürgermeister Rainer Bleek überreichte die Insignien an die närrischen Regenten der fünften Jahreszeit. Das komplette Dreigestirn stammt aus Grunewald.

Das traditionelle Ornat des Dawerkuser Dreigestirns ist geprägt von den majestätischen Farben der närrischen Regenten: Rot-Weiß. Dass sich in den kommenden Monaten der fünften Jahreszeit 2019/20 dazu zumindest gedanklich eine gehörige Portion Grün beimischt, wurde bei der Proklamation der karnevalistischen Regenten vor knapp 500 Besuchern in der Mehrzweckhalle im Dorf deutlich: Die Grunewalder Karnevalsfreunde mit ihren grün-weißen Erkennungsfarben feiern ihr 30-jähriges Bestehen und stellen deshalb mit Prinz Mario (Berkey), Prinzessin Samira (Kramp) und Bauer Marcus (Stahlhacke) das Dreigestirn. Dass deren Herzen nicht nur in Rot-Weiß, sondern mindestens genauso in Grün-Weiß schlagen, machte das „große“ Tanzcorps nach den Auftritten der „kleinen“ und „mittleren“ Grunewalder unmissverständlich klar, als es beim Tanz grüne Pappherzen in die Höhe reckte.

Den Einzug von Dreigstirn und Altstadtgarde im Gefolge begleiteten die Grunewalder, die mitgliederstärkste Karnevalsgruppe im Dorf, im wahrsten Sinne des Wortes lautstark mit Pauken und Trompeten. Einige der „alten“ Grunewalder, die allesamt als Schotten verkleidet aus den „grün-weißen Highlands“ ins Dorf gekommen waren, unterstützten die rhythmischen Klänge aus Dudelsack- und Schlagzeugklänge mit umgeschnallten Trommeln sowie Trompeten und Posaunen an den Lippen.

Und gesanglich ließen sich die Grunewalder auch nicht lumpen: So als wollten sie „ihrem“ Dreigestirn vor der Proklamation symbolisch Mut und jede erdenkliche Rückendeckung zusprechen, stimmten die Ehefrau des Bauern Wiebke Stahlhacke, Berit Wurth, Christian Haasbach, Luca Reif und Kommandant Frank Rehbold den „Kasalla“-Song „Mer sin eins“ an.

Danach fiel Bauer Marcus die „Einheizer“-Aufgabe nicht mehr allzu schwer, als erster der närrischen Regenten den Saal mit „seinem“ Lied „Leev Marie“ (Paveier) in Stimmung zu bringen, wenngleich er feststellte: „Wenn das Mikrofon meinen Herzschlag registrieren würde, würde es wohl 140 Mal pro Minute schlagen, so aufgeregt bin ich.“ Prinzessin Samira sang dann das eigene Lied „Dorfkinder“, das letztlich das Sessions-Motto „Dorfkinder, dat simmer – für immer“ vorgibt. Dieser Song stammt aus der Feder von Dabringhausens „Goldkehlchen“ Nadine Weyer und ihrem Mann Christoph sowie den beiden „Popsofa“-Musikern René Schlothauer und Murauer, die alle vier zur „Beer Bitches“-Band um Comedy-Star Carolin Kebekus gehören.

Auch wenn „Dorfkinder“ (noch) kein Hit à la „Superjeilezick“ von „Brings“ ist, sang das Dawerkuser Narrenvolk bei der Proklamation den Song bereits textsicher mit. Mit dem Stimmungskracher „Dä Plan“ von „Querbeat“ konnte Prinz Mario, der mütterlicherseits italienisches Blut in seinen Adern hat, seine ganze Leidenschaft für den Karneval auf die Bühne bringen. Angesichts seines Temperaments muss an der „Standfestigkeit“ seiner unter dem Ornat versteckten Hosenträger noch etwas gearbeitet werden, wenn sie die zukünftigen langen Karnevalsnächte ihren Dienst tun sollen: Die lösten sich bei seinem Proklamationsauftritt, wodurch der Regent mit einer rutschenden Pumphose zu kämpfen hatte, was Prinz und Publikum mit Humor nahmen.

Bürgermeister Rainer Bleek, der dem Dreigestirn die Insignien der Herrschaft in Form von Zepter, Spiegel und Stadtschlüssel überreichte, durfte sich auch über ein Geschenk freuen. Er bekam grün-weiß gestreifte Socken, das „Markenzeichen“ der Grunewalder. In Paragraph 10 seiner närrischen Gesetze machte Prinz Mario klar, was es damit auf sich hat: „Die hat der Bürgermeister bei allen Veranstaltungen zu tragen, bei denen er und das Dreigestirn anwesend sind.“ Bei nächster Gelegenheit wird diese Redaktion prüfen, ob sich Wermelskirchens erster Bürger daran hält.